Impressionen aus der Luft

Dass Berlin und Brandenburg einiges zu bieten haben, sieht man auch von oben. Luftbild-Fotograf Wolff Glaeser on Helicolor-Luftbild-Ost hat die schönsten Impressionen der Hauptstadtregion eingefangen.

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Rund ein Jahr ist es her, dass Elon Musk den Bau der Tesla Gigafactory im märkischen Grünheide bekannt gab. Seitdem wächst die Fabrik rasant. Im ersten Quartal 2020 war Baustart. Innerhalb weniger Wochen fielen die Kiefern, bohrten Baugeräte tiefe Löcher, setzten Pfeiler und gossen Fundamente. Betonwände wuchsen rasant in die Höhe. Dabei fehlt noch immer die endgültige Baugenehmigung.

Insgesamt investiert Tesla über eine Milliarde Euro in die Errichtung seiner Autofabrik. Ebenso gewaltig wie die Kosten für das Bauvorhaben sind die zukünftigen Produktions- und Beschäftigtenzahlen: In der aktuell zur Genehmigung stehenden Tesla-Fabrik sollen bis zu 12.000 Menschen arbeiten, die ab Sommer 2021 im Dreischichtbetrieb jährlich bis zu 500.000 Fahrzeuge des Models Y sowie später des Models 3 produzieren.

Kritische Stimmen

Neben der positiven Resonanz auf die Ansiedlung gibt es auch kritische Stimmen, insbesondere von Umweltverbände. Doch diese Kritiker haben es schwer, denn Tesla hat im Hinblick auf den Umweltschutz mehrere Zeichen gesetzt. So wurden Ameisen umgesiedelt, neue Bäume gepflanzt und Reptilienbleche für Salamander angeschafft.

Doch nicht alle Probleme konnte bisher gelöst werden: Bemängelt wird nach wie vor der zu hohe Wasserverbrauch. Auch die Errichtung der notwendigen Verkehrsinfrastruktur zieht sich hin und wird wohl erst 2026 abgeschlossen sein – lange nachdem das Werk im Juli 2021 seine Produktion aufgenommen hat. Zwar gilt der Bau einer neuen Autobahnabfahrt, einer neuen Landstraße und bessere Radwege sowie die Errichtung einer Brücke statt eines Bahnübergangs als sicher, die offiziellen Genehmigungen stehen jedoch weitestgehend noch aus.

Diese sowie weitere Probleme, Hinweise und Anträge wurden im Herbst 2020 im Rahmen eines Erörterungsverfahrens diskutiert, das sich über acht Tage hinzog. Dieses muss nun zunächst protokolliert und ausgewertet werden, wodurch die Ausstellung der Gesamtgenehmigung weiter auf sich warten lässt. Bisher wurde das Autowerk mit Vorab-Teilerlaubnissen aus dem Boden gestampft. Von der Waldrodung bis zum Dach des Karosserie-Presswerks baute Tesla alles auf eigenes Risiko. Bis zum Jahresende wird mit der endgültigen Entscheidung über die Gesamtgenehmigung gerechnet.

Ansiedlung gilt als Jackpot für die Region

Doch trotz aller Kritik darf man eines nicht aus den Augen verlieren: Tesla gilt als ein riesiger Gewinn für die Region, als ein echtes Stück Zukunft. Durch die Ansiedlung in Deutschland, so Branchenexperten, gäbe es mehr Wettbewerb unter den Automobilbauern, insbesondere das Thema Elektromobilität nehme dadurch mehr Fahrt auf als nach hundert Kanzlergipfeln in Berlin. Zudem gibt es mit Tesla rund um den Flughafen BER eine interessante Mischung aus Forschung, Hightech und Industrie, die im internationalen Wettbewerb um Wirtschaftsansiedlungen konkurrenzfähig ist. Weitere Ansiedlungen dieser Art im Umfeld des BER sind damit nicht ausgeschlossen.

 

Die Aufnahme der Tesla Baustelle stammt aus dem September 2020 und wurde uns von Helicolor-Luftbild-Ost zur Verfügung gestellt. Vielen Dank für diese einzigartige Aufnahme.

 

Nach vielen Jahren Bauverzögerung wird am 31. Oktober 2020 das Terminal 1 des Großflughafens Berlin Brandenburg Willy Brandt (BER) mit der Landung jeweils eines Flugzeuges von Easyjet und Lufthansa in Betrieb genommen. Eine Woche nach der Eröffnung schließt der Flughafen Berlin Tegel - der Flughafen Berlin Schönefeld geht bereits am 26. Oktober als Terminal T5 im neuen Großflughafen auf.

Unspektakuläre Eröffnung

Die Eröffnung des BER erfolgt ohne ein großes Fest für die Bevölkerung. Ein Grund ist die lange Bauzeit des Großflughafens und die zahlreichen Probleme, die es während der Bauphase gab. Die Kostensteigerungen von rund 2,7 auf knapp sechs Milliarden Euro sind nicht akzeptabel und schwer vermittelbar, weshalb auf eine offizielle Eröffnungsfeier verzichtet wird.

Doch ganz ohne Fest wird es nicht ablaufen. Der Berliner Gewerbeverein lädt am 30. Oktober 2020 zur BER-Airport-Opening Feier mit Gästen aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Medien ein. Ab 18 Uhr hält Lütke Daldrup eine Eröffnungsrede, danach gibt es ein Unterhaltungsprogramm für geladene Gäste, auch Tickets für die Veranstaltung wurden im Vorfeld begrenzt verkauft. Der Vorabend der BER-Eröffnung soll mit einem "Ready for Take-off"-Feuerwerk enden.

Drei Terminals – Erweiterung in mehreren Stufen

Zur Eröffnung des Flughafens wird zunächst nur das Terminal 1 geöffnet. Das Terminal 2 ist zwar fertiggestellt und theoretisch betriebsbereit, die Passagierzahlen liegen derzeit aber aufgrund der Corona-Pandemie auf einem sehr niedrigen Niveau, so das Terminal 2 vorerst geschlossen bleibt.

Mit den drei Terminals T1, T2 und T5 verfügt der BER aktuell über eine Kapazität von 27 Millionen Passagieren pro Jahr. Da in den kommenden Jahrzehnten mit steigenden Passagierzahlen gerechnet wird, befindet sich der Bau des Terminal T3 bereits in Planung. Es soll bis Ende der 2020er-Jahre fertig gestellt sein. Erst dann soll das Terminal T5 – der bisherige Flughafen Schönefeld – außer Dienst gestellt werden.

 

Die Aufnahme des BER stammt aus dem September 2020 und wurde uns von Helicolor-Luftbild-Ost zur Verfügung gestellt. Vielen Dank für diese einzigartige Aufnahme.

Schönefeld wächst – ohne und mit dem Flughafen BER. In ein paar Jahren sollen statt der aktuell rund 15 000 bis zu 35 000 Menschen in der Gemeinde leben. Dabei treibt nicht nur der Flughafen die Leute in den Süden. Viele kommen aus der lauten Metropole und suchen die Idylle hinter der Stadtgrenze. Ob jemals Ruhe in der Gemeinde herrscht, ist jedoch fraglich. Am Himmel kreisen die Flugzeuge, am Boden die Baufahrzeuge und Kräne.

Neben Wohnungen wird auch in den Ausbau der Infrastruktur investiert. So entstand unweit des neuen Rathauses unter anderem ein City-Center, ein Nahversorgungszentrum mit Shoppingbereich, Restaurants und Fitnessstudio. Eine neue Grundschule und eine neue Kita wurden ebenfalls bereits fertig gestellt. Eine weitere neue Oberschule soll folgen. Grund für die umfassenden Investitionen und die immense Bautätigkeit ist der erwartete Bevölkerungs- und Verkehrszuwachs im Zusammenhang mit der Eröffnung des BER.

Am 31. Oktober 2020 soll der Hauptstadtflughafen ans Netz gehen. Für die Entwicklung von Schönefeld kein Endpunkt, sondern ein neuer Anfang. Aktuell werden zusammen mit den Bürgern Ideen und Vorschläge für die Erstellung eines Integrierten Stadtentwicklungskonzepts gesammelt. Die Entwicklung neuer Wohngebiete mit der dafür notwendigen Infrastruktur, die Sicherung bezahlbarer Mieten und die Beteiligung der Öffentlichkeit an der Gemeindeentwicklung sind nur einige Punkte, die für die Bewohner und die ortsansässigen Unternehmen in den nächsten 10 bis 15 Jahren eine große Rolle spielen werden. Mit dem Integrierten Gemeinde- bzw. Stadtentwicklungskonzept möchte die Gemeinde Schönefeld die aktuellen und künftigen Entwicklungen koordinieren und hieraus die richtigen Schlussfolgerungen für die Zukunft ziehen.

 

Die Aufnahme das City-Center Schönefeld und wurde uns von Helicolor-Luftbild-Ost zur Verfügung gestellt. Vielen Dank für diese einzigartige Aufnahme.

Die Hauptstadtregion zeichnet sich durch Wachstum aus: die Bevölkerungszahlen steigen ebenso wie die Zahl der Gewerbe- und Industrieunternehmen. Mit diesem Wachstum geht aber auch eine größere Abwassermenge einher. Um die Mengen bewältigen und Ab- und Regenwasser auf einem hohen Niveau reinigen zu können, investieren die Berliner Wasserbetriebe bis 2027 rund 1,5 Milliarden Euro in den Ausbau und die Modernisierung ihrer Klärwerke.

Ziel der Berliner Wasserbetriebe ist es, bis 2027 alle Klärwerke mit einer vierten Reinigungsstufe auszurüsten. Durch den Einsatz modernster Technik soll insbesondere Phosphor besser entfernt werden können.

Im Jahr 2017 begannen die Arbeiten im Klärwerk Waßmannsdorf. Ein 50.000 Kubikmeter-Speicher wurden seitdem fertiggestellt. Die Arbeiten zur Errichtung neuer Beckenlinien und Anlagen zur Steigerung der Ablaufqualität gehen zügig voran. In diesem Jahr ist der Startschuss für den Bau der Flockungsfiltrationsanlage geplant.

Bis 2027 sollen die Arbeiten in allen sechs Klärwerken abgeschlossen sein.

 

Die Aufnahme des Klärwerk Waßmannsdorf wurde uns von Helicolor-Luftbild-Ost zur Verfügung gestellt. Vielen Dank für diese einzigartige Aufnahme.

Soweit das Auge reicht stehen Fahrzeuge unberührt, dicht an dicht und warten auf ihre Auslieferung oder ihren Wiederverkauf. Ob Lausitzring oder Nauen – an mehreren Orten in Brandenburg entstanden bedingt durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie Fahrzeugsammelparkplätze.

Normalerweise werden im Frühjahr die meisten Fahrzeuge verkauft, bestellt und ausgeliefert. Dementsprechend haben viele Fahrzeugbauer auf Vorrat produziert – und wurden von der Corona-Pandemie schwer getroffen. Der Auftragsrückgang beim Neuwagengeschäft lag im Vergleich zu den Vorjahren bei durchschnittlich 80 Prozent. Nach Angaben des Zentralverbandes Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) blieb der Autohandel in Deutschland in den vergangenen Monaten auf nicht zugelassenen Neufahrzeugen im Wert von rund 14,8 Milliarden Euro sitzen. Hinzu kommen Gebrauchtwagen und LKWs. Weil unter anderem Leasingverträge endeten, die Fahrzeuge aber im Anschluss nicht wiederverkauft werden konnten, war der Bedarf an Abstellplätzen groß.

Aus diesem Grund wurde unter anderem der Lausitzring zu einem riesigen Parkplatz umfunktioniert. Bis zu 10.000 Fahrzeuge können dort abgestellt werden. Einzige Bedingung: Die Vermietung des Areals ist zeitlich begrenzt. Mitte September soll es wieder große öffentliche Veranstaltungen auf dem Ring geben. Es bleibt abzuwarten, ob der Fahrzeughandel unter anderem durch die Senkung der Mehrwertsteuer wieder ausreichend Fahrt aufnimmt und die Fahrzeugsammelplätze dann nicht mehr benötigt werden.

 

Die Aufnahme wurde uns von Helicolor-Luftbild-Ost zur Verfügung gestellt. Vielen Dank für diese einzigartige Aufnahme.

Die Wirtschaft in Fredersdorf-Vogelsdorf läuft gut. Das Gewerbegebiet in Fredersdorf-Nord ist voll und die Gemeinde profitiert von den Steuern, die die Gewerbetreibenden abführen. Um den ansässigen Unternehmen Expansionsmöglichkeiten bieten zu können, wurden Flächennutzungskonzepte und Bebauungspläne für bisher ungenutzte Areale angepasst. 

So wurde beispielsweise der Bebauungsplans 1, der seit 23 Jahren galt, überarbeitet, um eine zirka zwei Hektar große Grünfläche am Gewerbegebiet zwischen der Zeppelin- und der Grabenstraße ausbauen zu können.

Der Bebauungsplan für die ehemaligen KIM-Flächen zwischen Fredersdorfer und Seestraße in Vogelsdorf waren bereits seit März 2006 in Kraft. Jedoch fehlten bis Anfang 2019 die notwendigen städtebaulichen Verträge. Nach dem alle Beschlüsse vorlagen, hat ein privater Investor mit dem Ausbau des Areals begonnen. 2021 sollen die Arbeiten an dem neuen Technologiepark abgeschlossen werden.

Aufgrund der hohen Nachfrage sind die Preise für Gewerbeflächen in Fredersdorf-Vogelsdorf in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Konnten Unternehmen Flächen früher für 35 pro Quadratmeter erwerben, müssen Sie nunmehr mit 60 bis 100 Euro pro Quadratmeter deutlich tiefer in die Tasche greifen.

 

Die Aufnahme des Gewerbegebietes in Fredersdorf-Vogelsdorf wurde uns von Helicolor-Luftbild-Ost zur Verfügung gestellt. Vielen Dank für diese einzigartige Aufnahme.

In wenigen Wochen leuchten sie wieder: die Rapsfelder in Berlin und Brandenburg. In den vergangenen Jahren lag die Anbaufläche in Deutschland relativ konstant zwischen 1,3 und 1,5 Millionen Hektar. Ob die Zahlen zukünftig in vergleichbarer Höhe liegen, ist nicht nur eine Frage des Wetters, sondern auch der Politik: Denn die Biokraftstoffpolitik wirkt sich auch auf die Nachfrage nach Rapsöl aus.

Mehr als 65% CO2 spart jeder aus Raps produzierte Biodiesel im Vergleich zu fossilem Diesel ein. Mit durchschnittlich 6 von insgesamt etwa 12 Millionen Tonnen ist Rapsöl der wichtigste Rohstoff für die Herstellung von Biodiesel in Europa. Trotzdem spielen Rapskraftstoffe in der politischen Diskussion um die Zukunft der Mobilität nur eine untergeordnete Rolle. Nach Ansicht der Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (UFOP) sind Biokraftstoffe aus Raps jedoch beim mittel- bis langfristigen Übergang zu rein strombasierten Antrieben unverzichtbar. Rapslandwirte appellieren deshalb an die Politik, die vorhandenen Möglichkeiten im Sinne des Klimaschutzes zu nutzen. 

Der Star unter den Speiseölen

Ein der wichtigsten Absatzmärkte für Raps ist die Lebensmittelbranche. Ende Juli ist der Raps reif für die Ernte. Die gelben Blüten haben sich in kleine, mit schwarzen Samen gefüllte Schoten verwandelt. Aus diesen Samen wird das Rapsöl gepresst. Rapsöl ist übrigens noch relativ jung. Erst seit rund 25 Jahren ist dieses in deutschen Supermärkten erhältlich. Die Absatzzahlen haben sich seitdem erfolgreich entwickelt: Seit 10 Jahren ist Rapsöl das beliebteste Speiseöl der Deutschen. Dabei haben die Verbraucher die Qual der Wahl: Rund 100 verschiedene Sorten werden mittlerweile hergestellt.

Bienen fliegen auf Raps

Bienen fliegen im wahrsten Sinne des Wortes auf den Raps, denn im Frühjahr stellt dieser eine der wichtigsten Nahrungsquellen für die Insekten dar. Nektar und Pollen sind für den Stockaufbau unverzichtbar. Der Fleiß wird mit rund 40 kg Honig je Bienenvolk belohnt. Kein Wunder also, dass der Deutsche Imkerbund die Produktion von Biodiesel aus Raps ausdrücklich empfiehlt, schließlich sorgen die blühenden Felder für ausreichend Bienennahrung.

 

Die Aufnahme zeigt die Rapsfelder in Blumenberg und wurde uns von Helicolor-Luftbild-Ost zur Verfügung gestellt. Vielen Dank für diese einzigartige Aufnahme.

Aufgrund des Corona-Virus und den damit einhergehenden Beschränkungen haben die Airlines nahezu alle Flüge gestrichen und teilweise ihre gesamten Flotten eingeparkt. Aber wohin mit den ganzen Flugzeugen? Die Verzögerungen bei der Eröffnung des BER, die unzählige Male für Kritik und Spott gesorgt haben, haben derzeit einen unverhofft positiven Effekt: Das Flughafengelände kann als Parkplatz für Flugzeuge genutzt werden, die in der Corona-Krise nicht gebraucht werden.

Und der Platz wird dringend benötigt: Allein die Fluglinie Lufthansa hat 763 Flugzeuge in ihrer Flotte. Bis auf Weiteres bleiben davon 700 Flieger am Boden. Für die Flotte von Austrian Airlines liegt eine exemplarische Flächenberechnung vor: 82 Flugzeuge hat die Fluglinie in ihrem Bestand. Betrachtet man die Längen und Spannweiten insgesamt brauchen Flieger insgesamt eine Stellfläche von über 122.000 Quadratmeter – gut 17 Fußballfelder. Zwar kann man die Flieger geschickt parken und damit ein paar Quadratmeter sparen – trotzdem ist der Platzbedarf immens. Platzkapazitäten, die es selbst an den großen Flughäfen meist nicht gibt. Eine mögliche Lösung sind Flughäfen in Spanien und Frankreich, die auf das Parken von Flugzeugen spezialisiert sind.

Die gegenwärtige Situation ist in jedem Fall einzigartig: 101 Jahre nach dem ersten internationalen Linienflug der Welt im Februar 1919 hat das Corona-Virus das weltumspannende Transportsystem des Luftverkehrs praktisch lahmgelegt. Eine Unterbrechung, die es so nicht einmal während des Zweiten Weltkrieges gab. Experten sind sich sicher: Nach der Corona-Krise wird die Welt eine andere sein. Niemand weiß, welche Airlines nach der Zwangspause überhaupt noch existieren werden.

 

Die Aufnahme des Flughafens BER wurde uns von Helicolor-Luftbild-Ost zur Verfügung gestellt. Vielen Dank für diese einzigartige Aufnahme.

Wie eine Mauer verlaufen die S-Bahngleise durch den Berliner Stadtteil Adlershof: Auf der einen Seite befindet sich der Wissenschafts- und Technologiepark mit innovativen Unternehmen und Forschungseinrichtungen, auf der anderen Seite das alte Zentrum, wo inhabergeführte Geschäfte rund um die Dörpfeldstraße und den Marktplatz dominieren. Vielen scheint es, dass die Menschen, die auf der einen Seite wohnen und arbeiten, nicht viel von denen auf der anderen Seite der S-Bahngleise wissen.

Der Technologiepark Adlershof – eine Erfolgsgeschichte

Der Technologiepark ist ein gelungenes Beispiel für die Vernetzung von Wirtschaft und Wissenschaft. Mehr als 1.100 Unternehmen und wissenschaftliche Einrichtungen sind dort angesiedelt. Rund 19.400 Mitarbeiter sind dort beschäftigen, hinzu kommen rund 6.700 Studenten. Die Unternehmen und Forschungsinstitute sind vor allem in den Bereichen Photonik und Optik, Photovoltaik und Erneuerbare Energien, Mikrosysteme und Materialien, IT und Medien sowie Biotechnologie und Umwelt aktiv.

In Richtung des ehemaligen Verschiebebahnhofs Schönweide stehen ausreichend Flächen zur Verfügung, um den Technologiepark zu erweitern. Ein Ende des Wachstumskurses ist somit nicht in Sicht. Bereits in diesem Jahr soll die sogenannte „Brain Box“ fertig gestellt werden. Das 24.000 Quadratmeter große Gebäude bietet Platz für bis zu 1.800 Arbeitsplätze.

Die andere Seite: Auf dem Sprung in die Moderne

Rund um das alte Zentrum von Adlershof werden dringend Ideen für die Zukunft gesucht. Ziel ist es, die Gewerbetreibenden zu halten und ein Angebot für die Anwohner zu schaffen. Dafür sollen die Dörpfeldstraße und der Marktplatz umgebaut werden. Die in die Jahre gekommene Marktpassage soll einem Neubau weichen. Doch die Pläne werden nicht von allen positiv gesehen. Manche Gewerbetreibende fürchte existenzbedrohende Umsatzverluste, wenn notwendige Parkplätze durch die Bauarbeiten wegfallen oder sich das Bauvorhaben ungeplant in die Länge zieht. Frustrierend ist für viele bereits die lange Planungszeit: Erst 2023 sollen die Umbauarbeiten beginnen. Doch die Geduld wird sich auszahlen, ist das Geschäftsstraßenmanagement Aktives Zentrum Dörpfeldstraße sicher.

 

Die Aufnahme von Adlershof wurde uns von Helicolor-Luftbild-Ost zur Verfügung gestellt. Vielen Dank für diese einzigartige Aufnahme.

Ab Herbst 2019 betreibt der Internetgigant Amazon in Kiekebusch ein neues Logistikzentrum. 900 Arbeitsplätze sollen dort in den kommenden Jahren entstehen. Um die die umliegenden Straßen und Anwohner von dem zu erwartenden hohen Lkw-Aufkommen zu entlasten, soll das Logistikzentrum an der A 113 einen eigenen Autobahnanschluss bekommen.

In dem neuen, circa 34.000 Quadratmeter großen Sortierzentrum kommen Pakete aus ganz Europa an. In Kiekebusch werden die Waren nach Postleitzahlen sortiert, bevor sie in die Verteilzentren kommen, von wo aus sie an die Kunden versendet werden. Um die Pakete von und zum Logistikzentrum zu transportieren, werden sich in den umliegenden Straßen täglich bis zu 1.000 Lkw bewegen. Zu viel angesichts der aktuellen Verkehrssituation.

Entlastung soll ein zusätzlicher Autobahnanschluss bringen. Der Bund hat bereits die Finanzierung in Höhe von rund 5 Millionen Euro zugesagt. Ein Problem gibt es jedoch: Noch existiert der Autobahnanschluss nur auf dem Papier. Die Auf- und Abfahrt wird voraussichtlich erst zwischen 2025 und 2030 gebaut. Zudem bringt sie für die Kraftfahrzeugführer eine entscheidende Änderung mit sich: Weil die Abstände zwischen den einzelnen Anschlussstellen zu gering sind und damit technische Parameter nicht erfüllt werden, wird die zulässige Höchstgeschwindigkeit zwischen dem Schönefelder Kreuz bis zur Berliner Stadtgrenze bei Tempo 80 liegen.

Die Aufnahme wurde uns von Helicolor-Luftbild-Ost zur Verfügung gestellt. Vielen Dank für diese einzigartige Aufnahme.

Es hätte einer der großen Sensationsmeldungen des vergangenen Jahres sein können: Der Verkehr am BER rollt. Leider waren es jedoch nicht Flugzeuge und Koffer, die über das Gelände bewegt wurden, sondern Autos. Volkswagen mietete rund 8.000 Stellplätze in drei Parkhäusern und auf drei Freiflächen am Terminal an. Eine lohnende Einnahmequelle für den BER.

Grund für den großen Parkplatzbedarf von VW war die Einführung des neue Abgastestverfahren WLTP („Worldwide Harmonised Light-Duty Vehicles Test Procedure") im September 2018. Mehr als 260 Getriebe-Motorkombinationen musste VW mit dem verbindlichen Standard neu messen und zulassen. Doch die Freigaben für viele Modelle durch das Kraftfahrt-Bundesamt ließen auf sich warten. Um Lieferverzögerungen so gering wie möglich zu halten, hatte der Konzern zahlreiche Autos vorproduziert, die den Anforderungen des neuen Prüfverfahrens entsprachen. Doch bis die Freigaben vorlagen und die Fahrzeuge ausgeliefert werden konnten, wurden diese erst einmal geschützt mit Stoff-Abdeckungen und streng bewacht auf dem BER geparkt.

Der Vertrag mit VW hat sich für den BER gelohnt, brachte er doch Geld in die Kassen: nach eigenen Angaben verdiente der Flughafen mit den ungenutzten Parkplätzen allein 2018 rund eine Million Euro.

Die Aufnahme des BER wurde uns von Helicolor-Luftbild-Ost zur Verfügung gestellt. Vielen Dank für diese einzigartige Aufnahme.

Die Gemeinde Schönefeld boomt. Auch ohne die Eröffnung des neuen Hauptstadtflughafens zieht es immer mehr Menschen und Unternehmen in den Ort. Zu den ansässigen 2.500 Unternehmen zählen neben dem Flughafen das Logistikzentrum, das Möbelzentrum im Ortsteil Waltersdorf, das Postverteilzentrum sowie das Großklärwerk Waßmannsdorf. Mit der Eröffnung des BER werden weitere Unternehmen hinzukommen. Für Schönefeld geht diese Entwicklung mit vielfältigen Herausforderungen einher, der sich die Gemeindeverwaltung vorausschauend stellt.

In den vergangenen Jahren hat in Schönefeld ein regelrechter Bauboom eingesetzt. Gegenüber dem Rathaus wurde erst vor Kurzem die neue Grundschule fertiggestellt. Direkt daneben entsteht eine neue Kita. Ein neues Gymnasium entsteht derzeit in Alt-Schönefeld, eine weitere Oberschule soll folgen. Diese Beispiele zeigen: Großer Zuwachs erfordert große Maßnahmen. Manch ein Projekt, wie der Ausbau der Hans-Grade-Allee, scheint dabei derzeit noch überdimensioniert, doch mit der Eröffnung des BER wird laut Prognosen ein deutlicher Bevölkerungs- und Verkehrszuwachs einhergehen.

Dass sich die Gemeinde diese Investitionen leisten kann, liegt an den großen und kleinen Unternehmen, die sich in Schönefeld angesiedelt haben. Jedes Jahr erzielt die Gemeinde Steuereinnahmen von mehr als 120 Millionen Euro. Das entspricht mehr als 8.000 Euro pro Einwohner. Zum Vergleich: In Potsdam betragen die Steuereinnahmen nur rund 410 Euro pro Einwohner, in Cottbus nur 120 Euro. Diese Zahlen bringen Schönefeld den Titel „reichste Gemeinde Brandenburgs" ein.

 

Die Aufnahme zeigt die Mittelstraße in Schönefeld und wurde uns von Helicolor-Luftbild-Ost zur Verfügung gestellt. Vielen Dank für diese einzigartige Aufnahme.