Impressionen aus der Luft

Dass Berlin und Brandenburg einiges zu bieten haben, sieht man auch von oben. Luftbild-Fotograf Wolff Glaeser on Helicolor-Luftbild-Ost hat die schönsten Impressionen der Hauptstadtregion eingefangen.

Kontakt zum Fotografen:

Helicolor-Luftbild-Ost GmbH
Wolf Glaeser
Mittelstraße 9
12529 Schönefeld

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In Niederfinow befindet sich das älteste in Betrieb befindliche Schiffshebewerk Deutschlands. Seit dem 21. März 1934 verrichtet der alte Riese zuverlässig seine Arbeit und befördert pro Jahr rund 20.000 Schiffe den 36-Meter hohen Sprung hinauf oder hinab, den das Gelände an dieser Stelle des Oder-Havel-Kanals macht. Doch nach mehr als 85 Jahren Betrieb ist das Industriedenkmal zu klein geworden für die moderne Güterschifffahrt. Höchste Zeit für ein neues Bauwerk der nächsten Generation – doch dessen Fertigstellung lässt noch immer auf sich warten.

Das Funktionsprinzip des neuen Schiffshebewerks ist das gleiche geblieben: Errichtet wird ein Senkrechthebewerk. Doch der neue Riese überragt den alten deutlich: die Länge erhöht sich von 82 auf 115 Metern, die Durchfahrtshöhe von 4,10 Meter auf 5,25 Meter. Der Trog, in dem die Schiffe den Höhenunterschied überwinden, wird mit 9800 Tonnen mehr als doppelt so schwer sein. Die größeren Abmaße ermöglichen es, dass zukünftig auch große Containerschiffe ohne Probleme den wichtigen Wasserweg zwischen Stettin, Berlin und der Ostsee nutzen können.

Freigabe für den Schiffsverkehr ist noch immer offen

Eigentlich sollte der Neubau des Schiffshebewerks Niederfinow bereits 2014 fertig sein. Doch der Probebetrieb hat noch immer nicht begonnen. Im vergangenen Jahr konnte der Untere Vorhafen als weiterer Bauabschnitt fertiggestellt werden. Derzeit läuft nunmehr die mehrstufige technische Inbetriebsetzung der einzelnen Anlageteile. Ein Abschluss dieser Arbeiten wurde zuletzt für den Jahreswechsel 2020/2021 in Aussicht gestellt. Erst danach kann der Probebetrieb mit bis zu 500 Trogfahrten starten. Läuft er erfolgreich an, kann endlich ein Termin für die Verkehrsfreigabe des neuen Schiffshebewerkes festgelegt werden.

Sind die Baumaßnahmen abgeschlossen und das neue Schiffshebewerk für den Verkehr freigegeben, muss das alte Hebewerk dennoch eine Weile seine Arbeit verrichten. Es soll kleinere Güterschiffe und Sportboote transportieren, Verkehrsspitzen abpuffern und mögliche Anlaufschwierigkeiten des neuen Schiffshebewerkes abfedern. Deshalb wird Winterpause derzeit für umfangreiche Unterhaltungs- und Instandsetzungsarbeiten genutzt. Auch die Gegengewichtsseile werden noch einmal ersetzt. Sie sind nach rund 500.000 Betriebsfahrten verschlissen und müssen ausgetauscht werden. Der Wechsel der 192 Gegengewichtsseile erfolgt bis 2024 jeweils in den Wintermonaten. Dafür investiert der Betreiber nochmals 3,5 Mio. EUR in den alten Riesen.

Betreten und Staunen ausdrücklich erwünscht

Schon das bestehende Schiffshebewerk ist eine touristische Attraktion, die in kaum einem Reiseführer Brandenburgs fehlt. Rund 150.000 Besucher bestaunen jedes Jahr die Technik des alten Schiffshebewerkes.

Ist der Bau des neuen Riesen abgeschlossen, gelangen Interessierte über Aufzüge, Treppen, Wege, Stege und Brücken zu den Besucherumgängen des neuen Schiffshebewerkes in rund 50 Metern Höhe und können die Technik sowie den weiten Blick über das Barnimer Land von mehreren Stellen aus genießen.

 

Die Aufnahme des Schiffshebewerks in Niederfinow wurde uns von Helicolor-Luftbild Ost zur Verfügung gestellt. Vielen Dank für diese einzigartige Aufnahme.

Im Land Brandenburg gibt es nur einen einzigen Barockgarten, der bis heute erhalten geblieben ist: Der Klostergarten Neuzelle wurde um 1760 errichtet. Auf einer Fläche von rund 4 ha finden sich barocke Wege- und Wasseranlagen, steil abfallende Terrassen, eine Orangerie sowie historische Pflanzenbestände. Er grenzt an eine einzigartige Klosteranlage, die die Besucher verzaubert.

Neuzelle: Gelebte Ökumene

Heinrich der Erlauchte, Markgraf von Meißen und Ostmark, stiftete im Jahr 1268 zum Seelenheil seiner verstorbenen Gemahlin das Kloster Neuzelle den Zisterziensermönchen. Die Klosterkirche St. Marien bringt viele Besucher mit ihrer barocken Pracht zum Staunen. Den wertvollsten Klosterschatz stellen die Passionsdarstellungen vom Heiligen Grab dar, die im eigens dafür eingerichteten unterirdischen Museum „Himmlisches Theater“ gezeigt werden. Das Kulissentheater aus der Passion Christi mit riesigen Leinwänden und 109 lebensgroßen Figuren ist in seiner Form einzigartig in Europa.

Während St. Marien den Mönchen vorbehalten war, diente die Kirche zum Heiligen Kreuz, die sich etwas abseits befindet, als „Leutekirche“ dem Volk. Seit der Klosterauflösung 1817 wird diese Kirche als evangelische Pfarrkirche genutzt, während die ehemalige Konventskirche St. Marien katholisch blieb. Beide Kirchengemeinden existieren damit bis heute in unmittelbarer Nachbarschaft auf dem Klostergelände. Eine einzigartige Besonderheit in Brandenburg.

Der Klostergarten: Eine der bedeutendsten Gartenanlagen Deutschlands

Der Klostergarten kann auf eine bewegte Geschichte zurückblicken. Im 18. Jahrhundert gliederte sich die Gartenanlage in den Abt-, den herrschaftlichen Lust-, Obst- und Küchengarten sowie in den Konventgarten für die Mönche. Nach der Auflösung des Klosters im Jahr 1817 verfiel die Anlage. Die Orangerie wurde beispielsweise von 1844 bis 1993 als Turnhalle genutzt, im Garten selbst fanden Weitsprung, Weitwurf und Laufübungen statt.

Bereits in der DDR entstand der Plan, den Garten wiederherzustellen, doch scheiterte das Vorhaben lange Zeit am Geld. Erst die 1996 gegründete Stiftung Stift Neuzelle konnte die notwendigen Finanzmittel beschaffen. Die Arbeiten gliederten sich in bisher drei Bauabschnitte. Der dritte Bauabschnitt soll 2022 abgeschlossen werden.

Die Arbeiten basieren auf Plänen im alten Stiftatlas aus dem Jahr 1758. Nach historischem Vorbild werden Obstbäume, Beeren, Gemüsebeete und Kräuter gepflanzt. All das, was früher im funktionierenden Klosteralltag gebraucht wurde, soll zukünftige Besucher erfreuen.

Doch nicht nur Pflanzen und Wege sind Teil der Wiederherstellungsarbeiten. Gegenüber dem jetzigen Brunnen wird ein Pavillon errichtet. Für die Klostergärtner wird das historische Waschhaus, dass außerhalb der Gartenfläche liegt und bereits im Stiftatlas verzeichnet war, grundhaft saniert. Zwischen der Gartengrenze und dem Waschhaus werden zudem zwei Wirtschaftsgebäude errichtet.

Kultur im Klostergarten

Um mehr Kultur in den Klostergarten zu bringen, gründete sich 2019 der Arbeitskreis Gartenkultur. Gemeinsam mit der Stiftung hat man sich das Ziel gesetzt, das barocke Schmuckstück über die Region hinaus noch bekannter zu machen. Durch Veranstaltungen, Workshops, Vorträge und stimmungsvolle Abende soll die eigene kreative Gartengestaltung der Besucher gefördert und Kenntnisse über die barocke Gartenarchitektur vermittelt werden. Wie wäre es beispielsweise mit einer nicht jugendfreien Buchlesung im Kerzenschein oder einem kostenlosen Tag rund um die Gartenkultur?

Mehr Informationen zur Klosteranlage Neuzelle finden sich unter https://www.klosterneuzelle.de/ 

 

Die Aufnahme der Klosteranlage Neuzelle wurde uns von Helicolor-Luftbild-Ost zur Verfügung gestellt. Vielen Dank für diese einzigartige Aufnahme.

Erholung, Kunst und Handwerk, Glas und Geschichte – im Museumsdorf Glashütte kann man die Zeit vergessen. Denn das europaweit einmalige Denkmalensemble der Baruther Glashütte ist mehr als nur ein Museum. Die einzigartige Atmosphäre des Dorfes wird geprägt von den Glasmachern, Glasbläsern, Kunsthandwerkern und Künstler, die in ihren Werkstätten mit traditionellen Techniken Unikate und Kleinstserien herstellen.

Seine Existenz verdankt das Dorf einem starken Sturm im Jahre 1715. Damals wurden zahlreiche Bäume entwurzelt. Auf der Suche nach einer sinnvollen Verwendung des in Massen zur Verfügung stehenden Rohstoffes entschied man sich, eine Glashütte zu errichten.

Obwohl das in Baruth verwendete Pottasche-Verfahren dem Stand der Technik entsprach und der Betrieb damit oftmals fortschrittlicher als die Konkurrenz war, blieb der wirtschaftliche Erfolg lange Zeit aus. Immer wieder wechselte die Hütte den Besitzer und wurde zeitweise sogar ganz stillgelegt. Erst ab 1822 begann die Blütezeit der Baruther Glashütten, als man begann, reines Milchglas für Beleuchtungskörper herzustellen. Zu Hochzeiten wurden monatlich rund 25.000 Lampenschirme produziert. Damit avancierte die Baruther Glashütte in der Mitte des 19. Jahrhunderts zur größten Glasfabrik in der Provinz Brandenburg.

Die beiden Weltkriege überstand das Dorf weitgehend unbeschadet. Unter dem DDR-Regime wurde die Produktion auf Gärballons umgestellt. Die zentrale Betriebsleitung versäumte es jedoch, in die Erhaltung und Modernisierung des Betriebes zu investieren. Aufgrund technischer Mängel und Baufälligkeit musste die Baruther Glashütte deshalb am 30. September 1980 endgültig geschlossen werden.

Bewusstsein schaffen und Traditionen bewahren

Um den Ort und das technische Denkmal zu erhalten, gründete sich 1991 der Verein Glashütte e.V. Er setzte sich für die Restauration der baufälligen Gebäude ein und richtete zudem das Museum ein. Dauer- und Sonderausstellungen sowie zahlreiche Veranstaltungen locken jährlich tausende Besucher in das Dorf.

Einen besonderen Anziehungspunkt stellen die Produktionsräume dar, in denen Besucher in die Welt des Glases eintauchen können. Das Herzstück bildet dabei die Ofenhalle, in der sich der bis zur Schließung des Betriebes genutzte Wannenofen mit dem im Inneren erstarrten Glasblock befindet.

Die Dauerausstellungen informieren zum einen über die Geschichte der Baruther Glashütten, das Leben der Glasarbeiterfamilien und die Herstellung des Glases. Neben Beleuchtungsgläsern zeigt das Museum auch Gläser anderer Glashütten von der Antike bis zur Moderne.

Reinhold Burger und die Erfindung der Thermosflasche

Eine weitere Ausstellung ist dem berühmtesten Sohn des Dorfes gewidmet: Reinhold Burger. Er wurde 1866 in Glashütte geboren, verbrachte viele Jahre auf Wanderschaft, bevor er 1894 in Berlin eine eigene Firma gründete. Dort produzierte er die von ihm entwickelten ersten Thermoskannen und Röntgenröhren.

Aufgrund der Corona-Pandemie ist das Museum derzeit geschlossen, die Geschäfte der Handwerker und Künstler sind jedoch im Rahmen der jeweils geltenden Verordnungen weiterhin geöffnet. Wer nicht warten und die Welt des Glases entdecken will, kann dies online tun. Das Sammlungsgut des Museums ist auf das Plattform „Museum-Digital“ zu finden.

 

Die Aufnahme des Museumsdorfes Glashütte wurde uns von Helicolor-Luftbild-Ost zur Verfügung gestellt. Vielen Dank für diese einzigartige Aufnahme.

Rund ein Jahr ist es her, dass Elon Musk den Bau der Tesla Gigafactory im märkischen Grünheide bekannt gab. Seitdem wächst die Fabrik rasant. Im ersten Quartal 2020 war Baustart. Innerhalb weniger Wochen fielen die Kiefern, bohrten Baugeräte tiefe Löcher, setzten Pfeiler und gossen Fundamente. Betonwände wuchsen rasant in die Höhe. Dabei fehlt noch immer die endgültige Baugenehmigung.

Insgesamt investiert Tesla über eine Milliarde Euro in die Errichtung seiner Autofabrik. Ebenso gewaltig wie die Kosten für das Bauvorhaben sind die zukünftigen Produktions- und Beschäftigtenzahlen: In der aktuell zur Genehmigung stehenden Tesla-Fabrik sollen bis zu 12.000 Menschen arbeiten, die ab Sommer 2021 im Dreischichtbetrieb jährlich bis zu 500.000 Fahrzeuge des Models Y sowie später des Models 3 produzieren.

Kritische Stimmen

Neben der positiven Resonanz auf die Ansiedlung gibt es auch kritische Stimmen, insbesondere von Umweltverbände. Doch diese Kritiker haben es schwer, denn Tesla hat im Hinblick auf den Umweltschutz mehrere Zeichen gesetzt. So wurden Ameisen umgesiedelt, neue Bäume gepflanzt und Reptilienbleche für Salamander angeschafft.

Doch nicht alle Probleme konnte bisher gelöst werden: Bemängelt wird nach wie vor der zu hohe Wasserverbrauch. Auch die Errichtung der notwendigen Verkehrsinfrastruktur zieht sich hin und wird wohl erst 2026 abgeschlossen sein – lange nachdem das Werk im Juli 2021 seine Produktion aufgenommen hat. Zwar gilt der Bau einer neuen Autobahnabfahrt, einer neuen Landstraße und bessere Radwege sowie die Errichtung einer Brücke statt eines Bahnübergangs als sicher, die offiziellen Genehmigungen stehen jedoch weitestgehend noch aus.

Diese sowie weitere Probleme, Hinweise und Anträge wurden im Herbst 2020 im Rahmen eines Erörterungsverfahrens diskutiert, das sich über acht Tage hinzog. Dieses muss nun zunächst protokolliert und ausgewertet werden, wodurch die Ausstellung der Gesamtgenehmigung weiter auf sich warten lässt. Bisher wurde das Autowerk mit Vorab-Teilerlaubnissen aus dem Boden gestampft. Von der Waldrodung bis zum Dach des Karosserie-Presswerks baute Tesla alles auf eigenes Risiko. Bis zum Jahresende wird mit der endgültigen Entscheidung über die Gesamtgenehmigung gerechnet.

Ansiedlung gilt als Jackpot für die Region

Doch trotz aller Kritik darf man eines nicht aus den Augen verlieren: Tesla gilt als ein riesiger Gewinn für die Region, als ein echtes Stück Zukunft. Durch die Ansiedlung in Deutschland, so Branchenexperten, gäbe es mehr Wettbewerb unter den Automobilbauern, insbesondere das Thema Elektromobilität nehme dadurch mehr Fahrt auf als nach hundert Kanzlergipfeln in Berlin. Zudem gibt es mit Tesla rund um den Flughafen BER eine interessante Mischung aus Forschung, Hightech und Industrie, die im internationalen Wettbewerb um Wirtschaftsansiedlungen konkurrenzfähig ist. Weitere Ansiedlungen dieser Art im Umfeld des BER sind damit nicht ausgeschlossen.

 

Die Aufnahme der Tesla Baustelle stammt aus dem September 2020 und wurde uns von Helicolor-Luftbild-Ost zur Verfügung gestellt. Vielen Dank für diese einzigartige Aufnahme.

 

Nach vielen Jahren Bauverzögerung wird am 31. Oktober 2020 das Terminal 1 des Großflughafens Berlin Brandenburg Willy Brandt (BER) mit der Landung jeweils eines Flugzeuges von Easyjet und Lufthansa in Betrieb genommen. Eine Woche nach der Eröffnung schließt der Flughafen Berlin Tegel - der Flughafen Berlin Schönefeld geht bereits am 26. Oktober als Terminal T5 im neuen Großflughafen auf.

Unspektakuläre Eröffnung

Die Eröffnung des BER erfolgt ohne ein großes Fest für die Bevölkerung. Ein Grund ist die lange Bauzeit des Großflughafens und die zahlreichen Probleme, die es während der Bauphase gab. Die Kostensteigerungen von rund 2,7 auf knapp sechs Milliarden Euro sind nicht akzeptabel und schwer vermittelbar, weshalb auf eine offizielle Eröffnungsfeier verzichtet wird.

Doch ganz ohne Fest wird es nicht ablaufen. Der Berliner Gewerbeverein lädt am 30. Oktober 2020 zur BER-Airport-Opening Feier mit Gästen aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Medien ein. Ab 18 Uhr hält Lütke Daldrup eine Eröffnungsrede, danach gibt es ein Unterhaltungsprogramm für geladene Gäste, auch Tickets für die Veranstaltung wurden im Vorfeld begrenzt verkauft. Der Vorabend der BER-Eröffnung soll mit einem "Ready for Take-off"-Feuerwerk enden.

Drei Terminals – Erweiterung in mehreren Stufen

Zur Eröffnung des Flughafens wird zunächst nur das Terminal 1 geöffnet. Das Terminal 2 ist zwar fertiggestellt und theoretisch betriebsbereit, die Passagierzahlen liegen derzeit aber aufgrund der Corona-Pandemie auf einem sehr niedrigen Niveau, so das Terminal 2 vorerst geschlossen bleibt.

Mit den drei Terminals T1, T2 und T5 verfügt der BER aktuell über eine Kapazität von 27 Millionen Passagieren pro Jahr. Da in den kommenden Jahrzehnten mit steigenden Passagierzahlen gerechnet wird, befindet sich der Bau des Terminal T3 bereits in Planung. Es soll bis Ende der 2020er-Jahre fertig gestellt sein. Erst dann soll das Terminal T5 – der bisherige Flughafen Schönefeld – außer Dienst gestellt werden.

 

Die Aufnahme des BER stammt aus dem September 2020 und wurde uns von Helicolor-Luftbild-Ost zur Verfügung gestellt. Vielen Dank für diese einzigartige Aufnahme.

Schönefeld wächst – ohne und mit dem Flughafen BER. In ein paar Jahren sollen statt der aktuell rund 15 000 bis zu 35 000 Menschen in der Gemeinde leben. Dabei treibt nicht nur der Flughafen die Leute in den Süden. Viele kommen aus der lauten Metropole und suchen die Idylle hinter der Stadtgrenze. Ob jemals Ruhe in der Gemeinde herrscht, ist jedoch fraglich. Am Himmel kreisen die Flugzeuge, am Boden die Baufahrzeuge und Kräne.

Neben Wohnungen wird auch in den Ausbau der Infrastruktur investiert. So entstand unweit des neuen Rathauses unter anderem ein City-Center, ein Nahversorgungszentrum mit Shoppingbereich, Restaurants und Fitnessstudio. Eine neue Grundschule und eine neue Kita wurden ebenfalls bereits fertig gestellt. Eine weitere neue Oberschule soll folgen. Grund für die umfassenden Investitionen und die immense Bautätigkeit ist der erwartete Bevölkerungs- und Verkehrszuwachs im Zusammenhang mit der Eröffnung des BER.

Am 31. Oktober 2020 soll der Hauptstadtflughafen ans Netz gehen. Für die Entwicklung von Schönefeld kein Endpunkt, sondern ein neuer Anfang. Aktuell werden zusammen mit den Bürgern Ideen und Vorschläge für die Erstellung eines Integrierten Stadtentwicklungskonzepts gesammelt. Die Entwicklung neuer Wohngebiete mit der dafür notwendigen Infrastruktur, die Sicherung bezahlbarer Mieten und die Beteiligung der Öffentlichkeit an der Gemeindeentwicklung sind nur einige Punkte, die für die Bewohner und die ortsansässigen Unternehmen in den nächsten 10 bis 15 Jahren eine große Rolle spielen werden. Mit dem Integrierten Gemeinde- bzw. Stadtentwicklungskonzept möchte die Gemeinde Schönefeld die aktuellen und künftigen Entwicklungen koordinieren und hieraus die richtigen Schlussfolgerungen für die Zukunft ziehen.

 

Die Aufnahme das City-Center Schönefeld und wurde uns von Helicolor-Luftbild-Ost zur Verfügung gestellt. Vielen Dank für diese einzigartige Aufnahme.

Soweit das Auge reicht stehen Fahrzeuge unberührt, dicht an dicht und warten auf ihre Auslieferung oder ihren Wiederverkauf. Ob Lausitzring oder Nauen – an mehreren Orten in Brandenburg entstanden bedingt durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie Fahrzeugsammelparkplätze.

Normalerweise werden im Frühjahr die meisten Fahrzeuge verkauft, bestellt und ausgeliefert. Dementsprechend haben viele Fahrzeugbauer auf Vorrat produziert – und wurden von der Corona-Pandemie schwer getroffen. Der Auftragsrückgang beim Neuwagengeschäft lag im Vergleich zu den Vorjahren bei durchschnittlich 80 Prozent. Nach Angaben des Zentralverbandes Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) blieb der Autohandel in Deutschland in den vergangenen Monaten auf nicht zugelassenen Neufahrzeugen im Wert von rund 14,8 Milliarden Euro sitzen. Hinzu kommen Gebrauchtwagen und LKWs. Weil unter anderem Leasingverträge endeten, die Fahrzeuge aber im Anschluss nicht wiederverkauft werden konnten, war der Bedarf an Abstellplätzen groß.

Aus diesem Grund wurde unter anderem der Lausitzring zu einem riesigen Parkplatz umfunktioniert. Bis zu 10.000 Fahrzeuge können dort abgestellt werden. Einzige Bedingung: Die Vermietung des Areals ist zeitlich begrenzt. Mitte September soll es wieder große öffentliche Veranstaltungen auf dem Ring geben. Es bleibt abzuwarten, ob der Fahrzeughandel unter anderem durch die Senkung der Mehrwertsteuer wieder ausreichend Fahrt aufnimmt und die Fahrzeugsammelplätze dann nicht mehr benötigt werden.

 

Die Aufnahme wurde uns von Helicolor-Luftbild-Ost zur Verfügung gestellt. Vielen Dank für diese einzigartige Aufnahme.

In wenigen Wochen leuchten sie wieder: die Rapsfelder in Berlin und Brandenburg. In den vergangenen Jahren lag die Anbaufläche in Deutschland relativ konstant zwischen 1,3 und 1,5 Millionen Hektar. Ob die Zahlen zukünftig in vergleichbarer Höhe liegen, ist nicht nur eine Frage des Wetters, sondern auch der Politik: Denn die Biokraftstoffpolitik wirkt sich auch auf die Nachfrage nach Rapsöl aus.

Mehr als 65% CO2 spart jeder aus Raps produzierte Biodiesel im Vergleich zu fossilem Diesel ein. Mit durchschnittlich 6 von insgesamt etwa 12 Millionen Tonnen ist Rapsöl der wichtigste Rohstoff für die Herstellung von Biodiesel in Europa. Trotzdem spielen Rapskraftstoffe in der politischen Diskussion um die Zukunft der Mobilität nur eine untergeordnete Rolle. Nach Ansicht der Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (UFOP) sind Biokraftstoffe aus Raps jedoch beim mittel- bis langfristigen Übergang zu rein strombasierten Antrieben unverzichtbar. Rapslandwirte appellieren deshalb an die Politik, die vorhandenen Möglichkeiten im Sinne des Klimaschutzes zu nutzen. 

Der Star unter den Speiseölen

Ein der wichtigsten Absatzmärkte für Raps ist die Lebensmittelbranche. Ende Juli ist der Raps reif für die Ernte. Die gelben Blüten haben sich in kleine, mit schwarzen Samen gefüllte Schoten verwandelt. Aus diesen Samen wird das Rapsöl gepresst. Rapsöl ist übrigens noch relativ jung. Erst seit rund 25 Jahren ist dieses in deutschen Supermärkten erhältlich. Die Absatzzahlen haben sich seitdem erfolgreich entwickelt: Seit 10 Jahren ist Rapsöl das beliebteste Speiseöl der Deutschen. Dabei haben die Verbraucher die Qual der Wahl: Rund 100 verschiedene Sorten werden mittlerweile hergestellt.

Bienen fliegen auf Raps

Bienen fliegen im wahrsten Sinne des Wortes auf den Raps, denn im Frühjahr stellt dieser eine der wichtigsten Nahrungsquellen für die Insekten dar. Nektar und Pollen sind für den Stockaufbau unverzichtbar. Der Fleiß wird mit rund 40 kg Honig je Bienenvolk belohnt. Kein Wunder also, dass der Deutsche Imkerbund die Produktion von Biodiesel aus Raps ausdrücklich empfiehlt, schließlich sorgen die blühenden Felder für ausreichend Bienennahrung.

 

Die Aufnahme zeigt die Rapsfelder in Blumenberg und wurde uns von Helicolor-Luftbild-Ost zur Verfügung gestellt. Vielen Dank für diese einzigartige Aufnahme.

Aufgrund des Corona-Virus und den damit einhergehenden Beschränkungen haben die Airlines nahezu alle Flüge gestrichen und teilweise ihre gesamten Flotten eingeparkt. Aber wohin mit den ganzen Flugzeugen? Die Verzögerungen bei der Eröffnung des BER, die unzählige Male für Kritik und Spott gesorgt haben, haben derzeit einen unverhofft positiven Effekt: Das Flughafengelände kann als Parkplatz für Flugzeuge genutzt werden, die in der Corona-Krise nicht gebraucht werden.

Und der Platz wird dringend benötigt: Allein die Fluglinie Lufthansa hat 763 Flugzeuge in ihrer Flotte. Bis auf Weiteres bleiben davon 700 Flieger am Boden. Für die Flotte von Austrian Airlines liegt eine exemplarische Flächenberechnung vor: 82 Flugzeuge hat die Fluglinie in ihrem Bestand. Betrachtet man die Längen und Spannweiten insgesamt brauchen Flieger insgesamt eine Stellfläche von über 122.000 Quadratmeter – gut 17 Fußballfelder. Zwar kann man die Flieger geschickt parken und damit ein paar Quadratmeter sparen – trotzdem ist der Platzbedarf immens. Platzkapazitäten, die es selbst an den großen Flughäfen meist nicht gibt. Eine mögliche Lösung sind Flughäfen in Spanien und Frankreich, die auf das Parken von Flugzeugen spezialisiert sind.

Die gegenwärtige Situation ist in jedem Fall einzigartig: 101 Jahre nach dem ersten internationalen Linienflug der Welt im Februar 1919 hat das Corona-Virus das weltumspannende Transportsystem des Luftverkehrs praktisch lahmgelegt. Eine Unterbrechung, die es so nicht einmal während des Zweiten Weltkrieges gab. Experten sind sich sicher: Nach der Corona-Krise wird die Welt eine andere sein. Niemand weiß, welche Airlines nach der Zwangspause überhaupt noch existieren werden.

 

Die Aufnahme des Flughafens BER wurde uns von Helicolor-Luftbild-Ost zur Verfügung gestellt. Vielen Dank für diese einzigartige Aufnahme.

Wie eine Mauer verlaufen die S-Bahngleise durch den Berliner Stadtteil Adlershof: Auf der einen Seite befindet sich der Wissenschafts- und Technologiepark mit innovativen Unternehmen und Forschungseinrichtungen, auf der anderen Seite das alte Zentrum, wo inhabergeführte Geschäfte rund um die Dörpfeldstraße und den Marktplatz dominieren. Vielen scheint es, dass die Menschen, die auf der einen Seite wohnen und arbeiten, nicht viel von denen auf der anderen Seite der S-Bahngleise wissen.

Der Technologiepark Adlershof – eine Erfolgsgeschichte

Der Technologiepark ist ein gelungenes Beispiel für die Vernetzung von Wirtschaft und Wissenschaft. Mehr als 1.100 Unternehmen und wissenschaftliche Einrichtungen sind dort angesiedelt. Rund 19.400 Mitarbeiter sind dort beschäftigen, hinzu kommen rund 6.700 Studenten. Die Unternehmen und Forschungsinstitute sind vor allem in den Bereichen Photonik und Optik, Photovoltaik und Erneuerbare Energien, Mikrosysteme und Materialien, IT und Medien sowie Biotechnologie und Umwelt aktiv.

In Richtung des ehemaligen Verschiebebahnhofs Schönweide stehen ausreichend Flächen zur Verfügung, um den Technologiepark zu erweitern. Ein Ende des Wachstumskurses ist somit nicht in Sicht. Bereits in diesem Jahr soll die sogenannte „Brain Box“ fertig gestellt werden. Das 24.000 Quadratmeter große Gebäude bietet Platz für bis zu 1.800 Arbeitsplätze.

Die andere Seite: Auf dem Sprung in die Moderne

Rund um das alte Zentrum von Adlershof werden dringend Ideen für die Zukunft gesucht. Ziel ist es, die Gewerbetreibenden zu halten und ein Angebot für die Anwohner zu schaffen. Dafür sollen die Dörpfeldstraße und der Marktplatz umgebaut werden. Die in die Jahre gekommene Marktpassage soll einem Neubau weichen. Doch die Pläne werden nicht von allen positiv gesehen. Manche Gewerbetreibende fürchte existenzbedrohende Umsatzverluste, wenn notwendige Parkplätze durch die Bauarbeiten wegfallen oder sich das Bauvorhaben ungeplant in die Länge zieht. Frustrierend ist für viele bereits die lange Planungszeit: Erst 2023 sollen die Umbauarbeiten beginnen. Doch die Geduld wird sich auszahlen, ist das Geschäftsstraßenmanagement Aktives Zentrum Dörpfeldstraße sicher.

 

Die Aufnahme von Adlershof wurde uns von Helicolor-Luftbild-Ost zur Verfügung gestellt. Vielen Dank für diese einzigartige Aufnahme.

Ab Herbst 2019 betreibt der Internetgigant Amazon in Kiekebusch ein neues Logistikzentrum. 900 Arbeitsplätze sollen dort in den kommenden Jahren entstehen. Um die die umliegenden Straßen und Anwohner von dem zu erwartenden hohen Lkw-Aufkommen zu entlasten, soll das Logistikzentrum an der A 113 einen eigenen Autobahnanschluss bekommen.

In dem neuen, circa 34.000 Quadratmeter großen Sortierzentrum kommen Pakete aus ganz Europa an. In Kiekebusch werden die Waren nach Postleitzahlen sortiert, bevor sie in die Verteilzentren kommen, von wo aus sie an die Kunden versendet werden. Um die Pakete von und zum Logistikzentrum zu transportieren, werden sich in den umliegenden Straßen täglich bis zu 1.000 Lkw bewegen. Zu viel angesichts der aktuellen Verkehrssituation.

Entlastung soll ein zusätzlicher Autobahnanschluss bringen. Der Bund hat bereits die Finanzierung in Höhe von rund 5 Millionen Euro zugesagt. Ein Problem gibt es jedoch: Noch existiert der Autobahnanschluss nur auf dem Papier. Die Auf- und Abfahrt wird voraussichtlich erst zwischen 2025 und 2030 gebaut. Zudem bringt sie für die Kraftfahrzeugführer eine entscheidende Änderung mit sich: Weil die Abstände zwischen den einzelnen Anschlussstellen zu gering sind und damit technische Parameter nicht erfüllt werden, wird die zulässige Höchstgeschwindigkeit zwischen dem Schönefelder Kreuz bis zur Berliner Stadtgrenze bei Tempo 80 liegen.

Die Aufnahme wurde uns von Helicolor-Luftbild-Ost zur Verfügung gestellt. Vielen Dank für diese einzigartige Aufnahme.

Es hätte einer der großen Sensationsmeldungen des vergangenen Jahres sein können: Der Verkehr am BER rollt. Leider waren es jedoch nicht Flugzeuge und Koffer, die über das Gelände bewegt wurden, sondern Autos. Volkswagen mietete rund 8.000 Stellplätze in drei Parkhäusern und auf drei Freiflächen am Terminal an. Eine lohnende Einnahmequelle für den BER.

Grund für den großen Parkplatzbedarf von VW war die Einführung des neue Abgastestverfahren WLTP („Worldwide Harmonised Light-Duty Vehicles Test Procedure") im September 2018. Mehr als 260 Getriebe-Motorkombinationen musste VW mit dem verbindlichen Standard neu messen und zulassen. Doch die Freigaben für viele Modelle durch das Kraftfahrt-Bundesamt ließen auf sich warten. Um Lieferverzögerungen so gering wie möglich zu halten, hatte der Konzern zahlreiche Autos vorproduziert, die den Anforderungen des neuen Prüfverfahrens entsprachen. Doch bis die Freigaben vorlagen und die Fahrzeuge ausgeliefert werden konnten, wurden diese erst einmal geschützt mit Stoff-Abdeckungen und streng bewacht auf dem BER geparkt.

Der Vertrag mit VW hat sich für den BER gelohnt, brachte er doch Geld in die Kassen: nach eigenen Angaben verdiente der Flughafen mit den ungenutzten Parkplätzen allein 2018 rund eine Million Euro.

Die Aufnahme des BER wurde uns von Helicolor-Luftbild-Ost zur Verfügung gestellt. Vielen Dank für diese einzigartige Aufnahme.