Die Arbeitsbereiche

SCBB und SCE bieten eine breite Palette an Maßnahmen und Aktivitäten in den folgenden sechs Arbeitsbereichen an:

Den Mitgliedern des SCBB-Netzwerkes stehen alle Themen offen. Durch die individuelle Kombination relevanter Themenbereiche und Angebote kann jedes Unternehmen gezielt Verbesserungsmaßnahmen durchführen.

In den einzelnen Arbeitsbereichen werden die Ziele definiert und geeignete Maßnahmen zur Erreichung dieser Ziele entwickelt. Im Rahmen der SCE-Initiative wird jeder Themenbereich von einem Vertreter eines regionalen Luftfahrtverbandes mit Unterstützung aus der Industrie geleitet. Die leitenden Partner erarbeiten die inhaltlichen Grundlagen des Themenbereichs, organisieren und koordinieren die Umsetzung geplanter Maßnahmen und Projekte und sind Ansprechpartner bei allen Fragen rund um die Inhalte und Angebote des jeweiligen Arbeitsbereichs.

Die Finanzierung sicherstellen ist in jeder Unternehmensphase ein wichtiger Faktor. Nicht immer reicht das eigene Kapital aus, um Entwicklungsvorhaben oder Produktionserweiterungen durchzuführen. Fremdkapital ist dann häufig die Lösung.

Zulieferverträge enthalten mitunter Fallstricke für Zulieferunternehmen. Viele Unternehmen wissen nicht, wie sie Instrumente zur Förderung der Unternehmens- und Produktentwicklung sowie zur Vertragsgestaltung nutzen können

Ziele:

  • Bereitstellung neutraler Informationen und praxisnaher Hinweise zu Finanzierungsmodellen
  • Entwicklung von Managementkompetenz für Finanzierungen mit entsprechender Risikoabsicherung
  • Bereitstellung von Informationen und praxisnahen Hinweise zu Vertragsrecht und Spielregeln

Maßnahmen:

  • regional spezifisch und thematisch angepasste Informationsveranstaltungen mit regionalen und überregionalen Experten
  • Auf- und Ausbau eines Expertenpools als Ansprechpartner für inhaltliche Fragen
  • Vernetzung mit Finanzierungs- und Vertragsexperten zur Realisierung von Finanzierungen und einer bedarfsgerechten Entwicklung von Vertragswerken
  • Durchführung von Expertenveranstaltungen zur Weiterentwicklung von Förderinstrumenten (Land/Bund/EU) 
  • Begleitung von interessierten Unternehmen vor, während und nach Finanzierungs- und Vertragsvorhaben

Die Luftfahrt-Branche ist weit mehr als viele andere Branchen international aufgestellt. Unternehmen müssen global agieren, um die Chancen wachstumsstarker Absatzmärkte nutzen zu können. Nur so lassen sich Forschung und Entwicklung finanzieren und technologische Führerschaft erhalten.

Doch das Thema Internationalisierung stellt viele Unternehmen vor Herausforderungen: Internationale Marktentwicklungen werden durch die OEMs nicht transparent genug dargestellt, Prognosen fehlt das Mengengerüst bzw. die zu erwartenden Volumina. Diese Informationen würden den Zulieferunternehmen bei unternehmerischen Entscheidungen jedoch helfen. Diskussionen darüber werden im zu engen Kreis geführt und ohne die Teilnahme der Tier 2-n. Probleme und Chancen von Offset-Verpflichtungen müssen zwischen OEMs und den Zulieferern abgestimmt werden.

Beim Umgang mit diesen Herausforderungen unterstützen Sie die Maßnahmen und Angebote des Arbeitsbereiches „Internationalisierung".

Ziele:

  • Aufbau eines transparenten Netzwerks von Verbänden und Clustern im In- und Ausland mit Abdeckung der relevanten Zielmärkte
  • Darstellung der Entwicklung relevanter Märkte mit Informationen zu den jeweiligen Mengengerüsten
  • Präsentation von Best Practice Beispielen einer erfolgreichen Internationalisierung regional ansässiger Unternehmen
  • Darstellung Deutschlands als attraktiver Investitionsstandort

Maßnahmen:

  • Veranstaltungen zu Marktchancen in unterschiedlichen Zielmärkten z.B. Brasilien, Kanada & Portugal
  • Angebot von Internationalisierungsworkshop
  • Zielmarktanalysen weltweit für diverse Länder und Bereitstellung detaillierter Informationen zu Märkten, Akteuren und rechtlichen Themen für spezifische Regionen
  • ReadinessCheck zur Internationalisierung
  • Delegationsreisen Outbound u.a. nach Kanada, Brasilien, Portugal, Niederlande
  • Delegationsreisen Inbound: Belgien
  • Geplant: Delegationsreisen Outbound nach China, Indien und Russland
  • Geplant: Delegationsreisen Inbound aus Kanada
  • Vermittelung von Kontakte für konkrete Ansiedelungs- oder Kooperationsthemen sowie zu Firmen und Forschungsinstituten in der Zielregion

Ziel des Arbeitsbereiches „Industrial Performance“ ist, die internationale Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Zulieferindustrie nachhaltig zu sichern und weiter zu entwickeln. Insbesondere die KMU der „nachgelagerten“ Lieferkette (tier 2-, tier 3-, … tier n -Lieferanten) werden darin unterstützt, einen höheren industriellen Reifegrad zu erlangen. Methoden sind Analysen der Produktions- und Planungsprozesse und daraus abgeleitete gezielte Verbesserungsprojekte (Lean Production).

Ziele:

Der Themenbereich Digitalisierung & Vernetzung, bekannt unter dem Schlagwort Industrie 4.0, ist die Basis für die optimale Wertschöpfung der Zukunft. Der Arbeitsbereich Industrial Performance bietet:

  • Diagnose einschließlich Digitalisierungsreifegrad zur Identifizierung des Potenzials mit konkreten Handlungsempfehlungen
  • Umsetzungsroadmap, Unterstützung bei der Durchführung von Maßnahmen, Projektbegleitung/-beratung
  • Methodische Verknüpfung von „Lean Production“ und Industrie 4.0
  • Verbesserungsprojekte zur Implementierung von Lean Production, Digitalisierung & Vernetzung
  • Trainingsprogramme zur Optimierung der Produktions- und Planungsprozesse/ Logistik/ Supply Chain Management
  • Aufbau einer neutralen Kommunikationsplattform für die deutsche Luftfahrt-Supply Chain (OEM, Tier-1, Tier-2, ... Tier-n)

Maßnahmen:

  • Aufbau und Durchführung von Trainings zur Verbesserung der „Industrial Performance"
  • Fokus Digitalisierung - Die Integration der Digitalisierung in Entwicklung, Herstellung, Logistik, Einkauf etc. bis hin zu virtuellen Produkten und virtuellen Zulassungen wird eine der großen Herausforderungen sein. Hierzu werden Best Practice Workshops mit Unternehmen und Instituten entwickelt. In Workshops mit Unternehmern, Abnehmern, Instituten werden top down - und bottom up - Lösungen erprobt. Vor allem wird wichtig sein, den jeweiligen „Stand der Technik" festzustellen, um maßgeschneiderte Lösungen anbieten zu können. Im Fokus sind dabei Kundenbeziehungen, Produktivität, Digitale Angebote, IT-Sicherheit.
  • Fokus Zertifizierung - Veranstaltungen der EN-Reihen wie EN 9100 als Basis. Daran anknüpfend erfolgen Workshops und Trainings zu weiteren relevanten Anforderungen wie NADCAP, REACH, ISO 270001, sowie weitere in der Luftfahrt geforderte anwendbare Vorschriften. Außerdem weitere Veranstaltungen zur Rolle die das Thema Zertifizierung in der Zuliefererkette von Airbus und 1st-tier-Zulieferern spielt. Die Erhebung von 2016 zeigt den Bedarf an all diesen Maßnahmen. Unternehmen, welche Luftfahrtzulassungen benötigen, werden die entsprechenden EASA-Zertifikate anstreben.

 

Der Strukturwandel in der Luftfahrtindustrie schreitet zügig voran. Die traditionellen Lieferbeziehungen in den Wertschöpfungsketten geraten zunehmend unter Druck. In der Folge sind Teil der Zulieferindustrie in ihrer internationalen Wettbewerbsfähigkeit gefährdet. Das individuelle Geschäftsmodell muss dieser Entwicklung Rechnung tragen.

Zulieferer tragen eine neue Verantwortung. Sie müssen ihre Mitarbeiter entsprechend der neuen Aufgaben ausreichend qualifizieren, geeignete Managementsysteme einführen und notwendige Zertifizierungen erwerben, bzw. erweitern oder anpassen. Hinzu kommt die Optimierung der Geschäftsprozesse, um für den zu erwartenden Preisdruck und die hohen Leistungsanforderungen gut gerüstet zu sein.

Im Arbeitsbereich „Geschäftsmodelle" Angebote und Maßnahmen werden entwickelt, die Zulieferunternehmen dabei unterstützen, sich zu zukunftsfähigen Partnern zu entwickeln.

Ziele:

  • Verbesserung der Operational und Strategic Excellence in der Zuliefererlandschaft
  • Intensivierung der Vernetzung innerhalb der Supply Chain
  • Steigerung von Reaktivität und Transparenz in der nachgelagerten Supply Chain
  • Breite Unterstützung der Restrukturierungsbemühungen der industriellen Supply Chain, Erhalt der nachgelagerten Zulieferkette und damit der Lieferfähigkeit
  • Berücksichtigung der Kundenanforderungen bei der Geschäftsmodellentwicklung für Zulieferer
  • Entwicklung konkreter Analyse- und Unterstützungsangebote für Zulieferer in der Geschäftsmodellentwicklung

Maßnahmen:

  • Informationsveranstaltung “Zukunftsfähige Geschäftsmodelle in der Luftfahrtindustrie“
  • Gedruckte Broschüre „Quick Check Geschäftsmodelle in der Luftfahrtzulieferindustrie“
  • Workshopangebot: Moderierter ganztägiger Workshops durch Anwendung des Quick Check „Geschäftsmodelle in der Luftfahrtzulieferindustrie“
  • Ableitung von Handlungserfordernissen im Unternehmen
  • Individuelle Beratungsleistungen durch Partner der SCE-Initiative

Durch die Konsolidierung der Lieferkette werden horizontale und vertikale Kooperationen immer relevanter, um auch in Zukunft am Markt bestehen zu können. Jedoch bestehen gegenüber Unternehmenskooperationen vielerlei Vorurteile, Unwissenheit und ungerechtfertigte Ablehnung.

Daher möchte der Arbeitsbereich mit seinen Angeboten aufklären und auf dem Weg zu funktionierenden Kooperationen unterstützen. Diskutiert werden sowohl Kooperationen als Geschäftsbeziehungen zwischen Lieferanten und deren Kunden als auch zwischen Lieferanten auf gleicher Stufe oder entlang der Wertschöpfungskette.

Das Kooperationsnetzwerk kann dabei als neutraler Mittler fungieren und so Vertrauen unter den verschiedenen Kooperationspartnern schaffen. Ziel ist es, Barrieren zwischen Partnern abzubauen, ohne Kundenkontakte, Kundenzugang oder Knowhow willkürlich offen zu legen.

Ziele:

  • Informationen über Kooperationsformen und deren Wesen
  • Vertrauen in Kooperationen aufbauen und stärken
  • Aufzeigen von Kooperationsmöglichkeiten zum Beispiel im Rahmen von Supplier Konferenzen der Tier-1
  • Erstellung eines Kompetenzatlas als Unterstützung bei der Partnersuche
  • Unterstützung bei der Erschließung von Kooperationspotenzialen
  • Unterstützung bei der Anbahnung von Unternehmenskooperationen
  • Simulation der Potenziale von möglichen Kooperationen
  • Unterstützung bei der Entwicklung eines klaren vertraglichen RegelwerksQuick-Check für bilaterale Kooperations-Meetings

Maßnahmen:

  • Internationale B2B-Meetings mit Partnerregionen
  • Beteiligung an Cross-Cluster-Events
  • Best-Practice-Framework für Kooperationen
  • End-to-End Prozessgestaltung für Kooperationen
  • 3-Teilige Workshopreihe „Kooperationen“ (Bar Camps)
    • I. Kooperationsformen und Hemmnisse
    • II. Search-and-Matching
    • III: Simulation und Strategie

Lean Methoden sind entgegen einer weitverbreiteten Meinung durchaus mit Änderungen nach Abschluss der Produktdefinition (Change Requirements) vereinbar. Wichtig ist jedoch eine Verbesserung der Schnittstellen zwischen Unternehmen. Die Einführung von IT-Tools ruft jedoch immer wieder Bedenken hervor: zu teuer, zu komplex, zu viele verschiedene Tools und Anbieter.

Der Arbeitsbereich „Sales and Operational Planning" sieht in diesem Feld ein erhebliches Verbesserungspotenzial. Die geplanten Maßnahmen und Aktivitäten sollen zur Stabilisierung der Supply Chain durch firmenübergreifend standardisierte Schnittstellen beigetragen.

Ziele:

  • Vorantreiben der Standardisierung von Tools und der Verbesserung von Schnittstellen im Informations- und Warenfluss
  • Neutrale Begleitung der Diskussion um Customer Change Requirements
  • Entwicklung und Durchführung von Weiterbildungen in den Bereichen SCM und S&OP
  • Maßnahmen zur Erhöhung der Flexibilität und Agilität in der Lieferkette

Maßnahmen:

  • Aufzeigen von Best Practice Beispielen
  • Workshop zur Methodik mit Anbietern und Anwendern von IT-Tools wie SupplyOn
  • Aufbau und Durchführung eines Supply Chain Management Trainingsprogramms bestehend aus:
    • einem Leitungsworkshop für Inhaber, Geschäftsführer und Geschäftseinheitenleiter zur Absicherung der Führungsfähigkeit
    • einem modularen Trainingsprogramm für Mitarbeiter im Bereich Supply Chain Management (Supply Chain Leiter, Verantwortliche SCM/Logistik, Einkaufsleiter, Standort-/Werksleiter) zur Erlangung der Umsetzungsfähigkeit
    • einem abschließenden, optionalen Unternehmensworkshop zur Unternehmensentwicklung