Aktuell

Airbus kündigt massive Stellen-Einsparungen an

Das Unternehmen stecke in der schwersten Krise, die die Luftfahrtbranche jemals erlebt habe, sagte Vorstandschef Guillaume Faury. Um Airbus zu erhalten, müsse man weitreichende Maßnahmen ergreifen. Notwendiger Abbau von circa 15.000 Stellen in der weltweiten Airbus-Belegschaft. Informations- und Konsultationsprozess mit den Sozialpartnern eingeleitet, Vereinbarungen in 2020 angestrebt.

Airbus hat als Reaktion auf die COVID-19-Krise Pläne zur Anpassung seiner weltweiten Belegschaft und zur Neuausrichtung seiner Aktivitäten im Bereich seiner zivilen Verkehrsflugzeugs-Sparte angekündigt. Diese Anpassung soll bis spätestens Sommer 2021 zu einem Abbau von etwa 15.000 Stellen führen. Der Informations- und Konsultationsprozess mit den Sozialpartnern hat mit Blick auf Vereinbarungen zur Umsetzung ab Herbst 2020 begonnen.

Die Geschäftsaktivitäten im Bereich der Verkehrsflugzeuge sind in den letzten Monaten um fast 40 Prozent zurückgegangen. Die Branche befindet sich in einer beispiellosen Krise. Die Produktionsraten für Verkehrsflugzeuge hat Airbus bereits entsprechend angepasst. Airbus sei dankbar für die staatliche Unterstützung, die es dem Unternehmen ermöglicht hat, die notwendigen Anpassungsmaßnahmen zu begrenzen. Da jedoch erwartet wird, dass sich der Luftverkehr nicht vor 2023 erhole und möglicherweise erst 2025 wieder auf dem Niveau von vor COVID befindet, muss Airbus nun zusätzliche Maßnahmen ergreifen, um die Branchenaussichten nach COVID-19 widerzuspiegeln, kommuniziert das Unternehmen.

Im Anschluss an eine eingehende Analyse der Kundennachfrage, die in den letzten Monaten durchgeführt wurde, geht Airbus nun davon aus, dass seine Belegschaft aufgrund der COVID-19 Krise weltweit in etwa folgendermaßen angepasst werden müsse:

 

  • 5.000 Positionen in Frankreich
  • 5.100 Positionen in Deutschland
  • 900 Positionen in Spanien
  • 1.700 Positionen in Großbritannien
  • 1.300 Positionen an den anderen weltweiten Airbus-Standorten

Diese Zahlen schließen die Airbus Tochterunternehmen Stelia in Frankreich und Premium Aerotec in Deutschland ein. Sie schließen jedoch nicht die rund 900 Positionen ein, die von dem bereits vor COVID identifizierten Restrukturierungsbedarf von Premium Aerotec herrühren, der nun im Rahmen dieses globalen Umstrukturierungsplans implementiert wird. Die Einzelheiten des COVID-19 Anpassungsplans müssen noch mit den Sozialpartnern abgestimmt werden. Auch wenn betriebsbedingte Kündigungen zum jetzigen Zeitpunkt nicht ausgeschlossen werden könnten, werde Airbus mit seinen Arbeitnehmervertretern zusammenarbeiten, um die Auswirkungen dieses Plans zu begrenzen, indem es sich auf alle verfügbaren sozialen Maßnahmen stützt, einschließlich des freiwilligen Ausscheidens aus dem Unternehmen, Vorruhestandsregelungen und gegebenenfalls längerfristige Kurzarbeitsregelungen.

"Airbus steht vor der schwersten Krise, die diese Branche je erlebt hat", sagte Guillaume Faury, CEO von Airbus. "Die bisher vom Unternehmen ergriffenen Maßnahmen haben es uns ermöglicht, den ersten Schock dieser Pandemie aufzufangen. Nun müssen wir sicherstellen, unser Unternehmen zu erhalten und Airbus aus dieser Krise wieder als gesundes, global führendes Luft- und Raumfahrtunternehmen hervorzubringen, welches sich an die überwältigenden Herausforderungen seiner Kunden anpasst. Um sich dieser Realität zu stellen, müssen wir jetzt weiterreichende Maßnahmen ergreifen. Unser Management-Team und unser Board of Directors sind fest entschlossen, die sozialen Auswirkungen dieser Anpassung zu
begrenzen. Wir danken unseren Regierungspartnern für ihre Unterstützung, unsere Kompetenz und unser Know-how so weit wie möglich zu erhalten. Sie spielt eine wichtige Rolle bei der Begrenzung der sozialen Auswirkungen dieser Krise in unserer Branche. Die Airbus-Teams, ihre Fähigkeiten und Kompetenzen werden uns auch weiterhin in die Lage versetzen, unsere Ambition zu verfolgen, Pionierarbeit für eine nachhaltige Zukunft in der Luft- und Raumfahrt zu
leisten".