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AUS DER PRAXIS | Airbus Bank: Supplier-Finanzierung in Zeiten von Covid-19

Die Corona-Pandemie hat die Fluggesellschaften hart getroffen. Viele von ihnen haben schon Insolvenz angemeldet oder/und kämpfen momentan um ihre Existenz, da die Erholung der Branche in den vergangenen Monaten schleppend verlief. Ende August beispielsweise lag das Luftverkehrsaufkommen bei nur rund 50 Prozent der Vorjahreswerte in Europa. Der Einfluss dieser Entwicklungen auf die Lieferkette der internationalen und deutschen Luftfahrtbranche ist massiv und umfasst sowohl die OEM wie auch die Tier-Ebenen.

© xenotar (istock)

Autor: Tom Dreckmann und David Mizrahi, Airbus Bank

Die OEM sind in der angespannten Situation gezwungen, ihr Produktionsniveau anzupassen und Liquidität sicherzustellen. Dies bleibt nicht ohne Auswirkungen auf die Zulieferunternehmen, die bereits vor Ausbruch der Corona-Krise vielfältigen Herausforderungen gegenüberstanden. Dazu zählten unter anderem die Problematiken mit der Produktionseinstellung des A380s und der B737 Max sowie die wachsenden Anforderungen im Hinblick auf die Digitalisierung, On Time / on Quality Produkte und eine CO2-emissionsarmere Produktion.

Durch die Corona-Krise sind neue Herausforderungen hinzugekommen, Schwerpunkte haben sich verschoben. Auch für die Supplier hat das Thema Liquidität plötzlich an Bedeutung gewonnen. Um Feuer zu löschen, nehmen viele Unternehmen in Deutschland die KfW-Darlehen über ihre Hausbanken in Anspruch. Doch nicht alle Darlehensanträge haben Erfolg: Die Erfahrungen der Airbus Bank zeigen, dass einige Unternehmen vor allem daran scheitern, dass die vorliegenden Geschäftspläne nicht „bankfähig“ sind. Ist die Liquiditätssituation zu eng bemessen, sind nicht ausreichende unbelastete Vermögenswerte vorhanden oder ist die Aussagekraft der Management Forecast eingeschränkt, sinken die Chancen, eine Finanzierung bewilligt zu bekommen.

Es stehen verschiedene Vehicle zur Verfügung, um die Liquidität eines Unternehmens kurzfristig zu entlasten: Ein erster Schritt besteht darin, Maßnahmen innerhalb eines Unternehmens zur Senkung von Kosten zu identifizieren (Kurzarbeit, Prozessoptimierung, etc.). Auch die Ausnutzung von Zahlungsverzögerungen, kurzfristigen Kreditlinien und die Inanspruchnahme staatlicher Corona-Hilfen sind geeignete Maßnahmen.

Um darüber hinaus das Geschäft langfristig sicherzustellen, sollten Faktoren wie eine Erhöhung des Eigenkapitals durch existierende oder neue Shareholder sowie die Anpassung des Geschäftsmodells berücksichtigt werden. Die richtigen Maßnahmen zu finden, setzt eine Zusammenarbeit sämtlicher Schlüsselpartner des Unternehmens voraus und dafür spielt das Erstellen eines regelmäßigen, hochqualitativen Reportings eine ausschlaggebende Rolle.

Nur Unternehmen, die über eine ausreichende Resilienz verfügen, werden die Corona-Krise überstehen. Die Höhe der Fixkosten, der Grad der Diversifikation, die Unternehmensgröße und der Verschuldungsgrad stellen dementsprechend die relevantesten Indikatoren für die Diagnose dar. Umstrukturierungen, Konsolidierungen, Eigenkapitalzufuhr und Neuverhandlungen mit Geldgebern könnten in der nahen Zukunft Teil der meisten Behandlungen sein.

Über die Airbus Bank

Airbus Bank ist eine 100% Tochterunternehmen von Airbus SE und verfügt über eine vollständige Banklizenz.

Das Team der Airbus Bank verfügt über langjährige Erfahrung sowohl in der Industrie als auch im Bankwesen. Mit dieser einzigartigen Kombination aus Industriekompetenz und Banking-Know-how bietet Airbus Bank maßgeschneiderte Finanzierungslösungen für die Luft- und Raumfahrtbranche z. B. Investitions- und Betriebsmittelfinanzierungen für Produktionsanlagen, Rohmaterial, Qualitäts- und Produktionsverbesserungen.

Kontakt:
Tom Dreckmann
Head of Aerospace
T  +49 (0)89 290140-5845  
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David Mizrahi
T +49 89 290140-5877  
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Airbus Bank
Director Corporate Finance
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www.airbusbank.com