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Aufbruch in neue Raumfahrtdimension: Deutsche Industrie steht bereit

Investitionen in Raumfahrt sind Synonym für Investitionen in Nachhaltigkeit, Digitalisierung, Mobilität und Sicherheit *** Führungsrolle Deutschlands bei ESA-Ministerratskonferenz unabdingbar *** BDLI fordert über 1 Mrd. Euro für Ausbau der internationalen Wettbewerbs- und Kooperationsfähigkeit des Raumfahrtstandortes Deutschland *** Stärkung des Nationalen Programms für Weltraum und Innovation erforderlich

 

Die Raumfahrt steht vor dem Aufbruch in eine neue Ära, die auch geprägt sein wird von der zukunftsweisenden Artemis-Mondmission an der die deutschlandweit ansässige Raumfahrtindustrie maßgeblich beteiligt ist. Der Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie e.V. (BDLI) fordert heute in Berlin im Rahmen seiner Gesprächsreihe #AeroSpaceInsights ein verstärktes Engagement Deutschlands und Europas in der Raumfahrt. Denn der Kontinent steht an der Schwelle zu einer neuen Epoche, die die leistungsstarke deutsche Raumfahrtindustrie entlang der gesamten Wertschöpfungskette aktiv mitgestalten möchte – vom Systemhersteller über die mittelständisch geprägte Zulieferindustrie und KMUs bis zu Start-ups.

Aufgrund ihrer herausragenden Innovations- und Technologieführerschaft in Verbindung mit hochqualifizierten Fachkräften ist der Standort Deutschland für diese Rolle prädestiniert.

Dazu bedarf es der Fortsetzung der vorausschauenden politischen Flankierung auf europäischer Ebene ebenso wie auf Bundes- und Landesebene. Dieses Fazit zogen heute in Berlin ESA-Generaldirektor Dr. Josef Aschbacher, Dr. Walther Pelzer, Leiter der Deutschen Raumfahrtagentur im DLR und BDLI-Vizepräsident Raumfahrt Marco Fuchs sowie der deutsche ESA-Astronaut Dr. Matthias Maurer. Nur mit entsprechender finanzieller Ausstattung und einer ambitionierten Industriepolitik kann dem Standort Deutschland weiterer Schub für zukunftsweisende Raumfahrtprogramme und -anwendungen verliehen werden und die High-Tech-Schlüsselindustrie Raumfahrt in den kommenden Jahrzehnten ihren vollen Nutzen für die Gesellschaft entfalten.

Jede einzelne Bürgerin und jeder einzelne Bürger profitiert unmittelbar und direkt im Alltag von den Leistungen der Raumfahrt. Und dies mit steigender Tendenz: Raumfahrt „made in Germany“ trägt maßgeblich zum Klima- und Umweltschutz, zum technologischen und ökonomischen Fortschritt sowie auch zur Sicherheit bei.

ESA-Generaldirektor Dr. Aschbacher betont: „Der Weltraum ist für moderne Gesellschaften und unser tägliches Leben unverzichtbar geworden. Europa ist in den Bereichen Erdbeobachtung, Klimaforschung und Nachhaltigkeit, Navigation, Wissenschaft und Telekommunikation führend, aber es gibt viele Möglichkeiten die Wettbewerbsfähigkeit und Kapazität weiter auszubauen, zum Beispiel bei Trägerraketen, Breitband-Internetkonstellationen und in der Exploration. Europa muss auch stark in kommerzielle Wachstumsbereiche investieren. Die ESA-Ministerratskonferenz wird ein Dreh- und Angelpunkt für die deutsche und europäische Raumfahrt sein und eine hervorragende Gelegenheit, diese strategischen Überlegungen in konkrete Maßnahmen und Investitionen umzusetzen.“

„Deutschland als eines der stärksten Mitgliedsländer der ESA muss seiner Führungsrolle, gerade in diesen schwierigen Zeiten, gerecht werden. Gemeinsam arbeiten wir auf der ESA-Ministerratskonferenz 2022 daran, Europa in ein neues Zeitalter der Raumfahrt zu führen“, erläutert Walther Pelzer, Mitglied des DLR-Vorstandes für die Deutsche Raumfahrtagentur.  „Damit dieser Transformationsprozess gelingen kann, brauchen wir eine starke ESA, und die ESA braucht Deutschland als starken Partner mit einer wettbewerbsfähigen deutschen Raumfahrtindustrie. Dafür müssen wir in Paris die richtigen Schwerpunkte setzen. Nur so kann die Raumfahrt dazu beitragen, die globalen Herausforderungen unserer Zeit zu lösen und gleichzeitig den Schritt in die Zukunft zu gehen: Wir setzen dabei vor allem auf Nachhaltigkeit, Sicherheit und Erdbeobachtung zur Erfassung und Bekämpfung der Folgen des Klimawandels und damit zur Erreichung der Ziele des Green Deals.“

BDLI-Vizepräsident Raumfahrt Fuchs ergänzt: „Unsere Gesellschaft und unsere Raumfahrtindustrie stehen an der Schwelle zu einer neuen Raumfahrt-Ära. Nie waren Lösungen akuter Fragen des Umwelt- und Klimaschutzes sowie von Sicherheit und Schutz unserer demokratischen Werteordnung von höherer Aktualität. Raumfahrt betrifft uns alle: Antworten auf diese drängenden gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit gibt unsere Branche. Aber nur mit entsprechender Ausstattung kann unsere deutsche Industrie auf Augenhöhe im harten weltweiten Wettbewerb agieren.“ Fuchs betont: „Daher muss der deutsche Beitrag zum ESA-Programm deutlich über eine Milliarde Euro betragen. Nur mit diesem Schub können wir die Erfolgsgeschichte nahtlos fortschreiben und unsere Expertise in entsprechende zukunftsweisende Programme einbringen. Investitionen in die Raumfahrt sind direkte Investitionen in die Zukunftssicherung Deutschlands.“

Gerade für politische und institutionelle Akteure sind Daten aus dem All unverzichtbare Grundlagen, um hoheitliche Aufgaben zu erfüllen und politische Entscheidungen bestmöglich zu treffen. Während schon heute mehr als die Hälfte der Klimaindikatoren von Satelliten stammen, bietet Raumfahrt auch zur Lösung weiterer aktueller und zukünftiger Herausforderungen – wie zum Beispiel Katastrophenschutz oder Grenzüberwachung – unverzichtbare Hochtechnologien. Eine starke deutsche Raumfahrtindustrie ist für die politische und technologische Souveränität von strategischer Bedeutung.

Fuchs fordert zudem die Stärkung des nationalen Raumfahrtprogramms und eine intensivierte ressortübergreifende Unterstützung: „Denn Technologieentwicklungen finden zunächst auf nationaler Ebene statt, und Raumfahrt spielt ebenfalls eine wesentliche Rolle in sämtlichen Branchen und Ressorts.“

Kontakt:

Cornelia von Ammon
Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie e.V.
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Tel.: +49 30 206140-14 | E-Mail: von.ammon@bdli.de