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GTF Advantage™: Pratt & Whitney arbeitet an verbessertem Getriebefan

Pratt & Whitney wird mit dem Pratt & Whitney GTF Advantage™ einen technologisch verbesserten Getriebefan (GTF) für die A320neo-Familie auf den Markt bringen. Der US-amerikanische Triebwerkshersteller hat heute bekanntgegeben, daran zu arbeiten. Wesentliche Optimierungen kommen von der MTU Aero Engines. Verfügbar sollen die neuen Triebwerke ab Januar 2024 sein.

© MTU Aero Engines AG

Der GTF Advantage wird den Kraftstoffverbrauch und die CO2-Emissionen um je ein weiteres Prozent senken. Damit verbessert sich die Bilanz gegenüber Antrieben früherer Generationen um insgesamt je 17 Prozent. Das baut den Vorsprung des GTF als effizientesten Antrieb für die A320neo-Familie weiter aus. Mit bis zu 34.000 Pfund Startschub sowohl auf Meereshöhe als auch unter Hot-and-High-Bedingungen wird der GTF Advantage zudem zum leistungsfähigsten Triebwerk für diese Flugzeugfamilie. Der höhere Startschub wird Betreibern eine größere Reichweite und Nutzlast ermöglichen. Seit einem Jahr finden bei Pratt & Whitney Boden- und Flugtests des neuen Antriebs statt. Die Advantage-Konfiguration soll zum neuen Produktionsstandard werden.

Technisch verbessert werden alle wesentlichen Komponenten des GTF-Kerntriebwerks. Analog zu ihren Programmanteilen bedeutet das für die MTU, Deutschlands führenden Triebwerkshersteller, Optimierungsarbeiten an Hochdruckverdichter und schnelllaufender Niederdruckturbine. „Beim Hochdruckverdichter liegt der Fokus auf einer weiteren Verbesserung des Wirkungsgrades, der einen nennenswerten Beitrag zur Reduktion des spezifischen Kraftstoffverbrauchs und vor allem zur Reduktion der Temperaturen im Heißteil liefert“, erklärt Dr. Stefan Weber, Leiter Entwicklung und Technologie, bei der MTU. „Des Weiteren wurde das Design gegenüber Schäden im Bereich der Blisk-Rotoren, wie sie im Betrieb des Triebwerks auftreten können, robuster gemacht.“ Auch bei der schnelllaufenden Niederdruckturbine sei die Wirkungsgradverbesserung zentrales Anliegen. Weber: „Dazu trägt im Wesentlichen die leistungsstärkere aktive Spaltkontrolle bei.“ Zusätzlich werde auch hier die Robustheit gegenüber Verschleiß erhöht.

„Wir haben schon immer gesagt, dass unsere Getriebefan-Architektur großes Wachstums- und Entwicklungspotenzial hat. Der GTF Advantage ist der Beweis”, kommentiert Tom Pelland, Senior Vice President des Bereichs GTF-Triebwerke bei Pratt & Whitney. „Unser Getriebe und die gesamte Triebwerksarchitektur, die dieses ermöglicht, bilden die Grundlage, um die Vorteile fortschrittlicher Aerodynamik, Materialien und Systeme voll auszuschöpfen. Wir verpflichten uns, auch für die nächste Generation der zivilen Luftfahrt weiterhin in diese Technologien zu investieren.“

GTF-betriebene Flugzeuge sind heute bereits für den Betrieb mit einem 50-Prozent-Anteil an Sustainable Aviation Fuel (SAF) zugelassn und können so den CO2-Ausstoß noch weiter verringern. Das GTF-Advantage-Triebwerk wird bei seiner Markteinführung für einen Betrieb mit 100 Prozent SAF ausgelegt sein.

Seit Inbetriebnahme des Getriebefans Anfang 2016 haben diese Triebwerke den Flugbetreibern mehr als zwei Milliarden Liter Treibstoff eingespart und dazu beigetragen, sechs Millionen Tonnen Kohlenstoffemissionen zu vermeiden. GTF-Antriebe sind weltweit bei 58 Fluglinien in über 1.100 Flugzeugen im Einsatz. Sie sorgen für Schub in drei Flugzeugfamilien – Airbus A320neo, Airbus A220 und Embraer E-Jets E2.

 

Über die MTU Aero Engines

Die MTU Aero Engines AG ist Deutschlands führender Triebwerkshersteller. Die Kernkompetenzen der MTU liegen bei Niederdruckturbinen, Hochdruckverdichtern, Turbinenzwischengehäusen sowie Herstell- und Reparaturverfahren. Im zivilen Neugeschäft spielt das Unternehmen eine Schlüsselrolle mit der Entwicklung, Fertigung und dem Vertrieb von Hightech-Komponenten im Rahmen internationaler Partnerschaften. MTU-Bauteile kommen bei einem Drittel der weltweiten Verkehrsflugzeuge zum Einsatz. Im Bereich der zivilen Instandhaltung zählt das Unternehmen zu den Top 3 der weltweiten Dienstleister für Luftfahrtantriebe und Industriegasturbinen. Die Aktivitäten sind unter dem Dach der MTU Maintenance zusammengefasst. Auf dem militärischen Gebiet ist die MTU Aero Engines der Systempartner für fast alle Luftfahrtantriebe der Bundeswehr. Die MTU unterhält Standorte weltweit; Unternehmenssitz ist München. Im Geschäftsjahr 2020 haben rund 10.000 Mitarbeiter:innen einen Umsatz von knapp 4 Milliarden Euro erwirtschaftet.

 

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