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Ergebnisse der Befragung der Luft- und Raumfahrtunternehmen zu den Auswirkungen des Ukraine-Kriegs

Gemeinsam mit dem BDLI - Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie e.V., dem Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz, dem Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie und dem bavAIRia e.V. haben wir kürzlich bundesweit erhoben, welche Auswirkungen die Ukraine-Krise für die Luft- und Raumfahrtbranche hat. Die konkreten Auswirkungen der Krise sind vielfältig. Vor allem die Lieferketten der betroffenen Firmen werden belastet durch Verknappung und Preiserhöhungen bei Vorprodukten, Hilfsstoffen und Dienstleistungen. Dazu kommt die Unsicherheit und Verteuerung in Bezug auf die Energieversorgung der Firmen. Dies führt insgesamt zu einer noch eher unsicheren Prognose der befragten Unternehmen.

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An der Befragung haben insgesamt 194 Unternehmen aus verschiedenen Bundesländern teilgenommen. Die zivile Luftfahrt mit 55% hat den höchsten Anteil, 17%
militärische Luftfahrt; 20% Raumfahrt/Raumfahrtanwendungen. Die KMUs stellen 75% der Befragten dar.

Die überwiegende Mehrheit (>60%) der befragten Unternehmen haben bis jetzt keine Geschäftsbeziehungen mit Russland, Belarus und Ukraine. Bei 30% der Unternehmen,
liegen die Geschäftsvolumina unter 10% und bei 5% liegen sie bei 10-25%.

Die konkreten Auswirkungen der Krise betreffen vor allem die Lieferketten der betroffenen Firmen durch Verknappung und Preiserhöhungen bei Vorprodukten (Aluminium, Titan) Hilfsstoffen und Dienstleistungen (Engineering), Probleme in der Logistik und im Zahlungsverkehr, Versorgungsschwierigkeiten der Zulieferer. Dazu kommt die Unsicherheit in Bezug auf und die Verteuerung der Energieversorgung der Unternehmen.

Kurzfristige, kritische Auswirkungen in den nächsten Wochen werden nur von 5% der Unternehmen gesehen. Weitere 7% sehen kritische Auswirkungen innerhalb eines Jahres.
Mehr als die Hälfte kann dazu keine Angaben machen bzw. sieht die Auswirkungen als noch nicht abschätzbar. Erste negative Auswirkungen in der  Material-/Rohstoffversorgung kündigen sich an. Hinzu kommt die Sorge vor eingeschränkten Transportkapazitäten.

In Bezug auf Ausschreibungen/Förderprogrammen, Liquidität und Geschäftskontakten gehen fast 60% der Unternehmen davon aus, dass der Konflikt keine Auswirkungen für sie hat. Ca. 10% gehen von Verbesserungen aus, schwerpunktmäßig in der Verteidigungstechnik. Verschlechterungen werden dagegen von ca. 22% angenommen.
Hinsichtlich weiterer Auswirkungen werden Zahlungsverkehr mit 15%, Zugang Energie mit 8%, Personalsituation im Unternehmen mit 8% und Personalsituation bei dem Zulieferer mit 8% angegeben, 60% der Firmen haben hierzu keine Angaben gemacht.

Tendenziell wird mit einer Verschlechterung der Auftragslage gerechnet. Ein Drittel geht von einem sinkendem Umsatz aus, knapp 45% der befragten Firmen rechnet mit
gleichbleibenden Umsätzen, 17% von einem steigendem Volumen. 30% der Firmen erkennen noch keine Veränderungen und warten auf die Reaktion der Kunden. Nur der
Bereich Verteidigung rechnet mit steigendem Auftragsvolumen.

Aktuell befasst sich ca. 1/3 mit Unterstützungsmaßnahmen. Angesichts des geringen Geschäftsvolumens mit Ukraine und Russland spielt Kurzarbeit nur bei wenigen eine Rolle, die allgemeine Verteuerung insbesondere von Energie führt zum Wunsch nach Steuererleichterungen, derzeit sind Finanzierungsfragen noch von untergeordneter Bedeutung. Die Unternehmen wünschen sich eine aktive Informationspolitik über die Krise sowie die angebotenen Instrumente, um durch die Herausforderungen zu navigieren, mehrfach genannt wurde der Umgang mit den Sanktionsregeln.