Hinweis

KIFER: Konsortium Innovative Flugplatzstrategien für einen emissionsarmen Regionalluftverkehr

Während alle relevanten Industriesektoren in den letzten Jahrzehnten deutliche Emissionsminderungen erreichen konnten, steigt der Schadstoffeinfluss des Luftverkehrssektors immer noch stetig an. Dies liegt insbesondere daran, dass die Entwicklung der klassischen Triebwerkstechnologie inzwischen die Grenzen des Machbaren erreicht hat, und die dort erzielten Verbesserungen bei Schadstoffemissionen und Verbrauch die durch den wachsenden Luftverkehr steigenden Emissionen nicht kompensieren können.

Eine große Chance liegt in der Entwicklung von neuartigen, emissionsarmen Flugzeugkonzepten und -antrieben. Daneben erfordert die sich derzeit entwickelnde Dezentralisierung der Luftfahrt neue Konzepte für den Luftverkehr, sowohl am Boden, wie auch in der Luft.

Die Region Berlin-Brandenburg hat durch die hier vorhandenen Kompetenzen die Chance, als Vorreiter einer modernen, klimafreundlichen Regionalluftfahrt zu fungieren.
In dem Projekt „Innovationsbündnis für emissionsarme Flugzeugantriebe (IBEFA)“ werden neuartige Antriebskonzepte entwickelt, gebaut und getestet, die insbesondere Anwendungen in der Regionalluftfahrt finden werden. Erforderlich ist aber auch die Weiterentwicklung der Flughafenstrukturen auf flugbetrieblicher (Integration von hybridelektrischen Flugzeugen) und struktureller Ebene (z.B. Herstellung und Angebot von Wasserstoff auf den Flugplätzen).
Ziel des GRW-Kooperationsnetzwerkes „Konsortium Innovative Flugplatzstrategien für einen Emissionsarmen Regionalluftverkehr (KIFER)" ist es daher, als Keimzelle und Koordinationsplattform für eine Vielzahl an Projekten zu wirken, die helfen sollen, diesen „Airport oft the Future“ zu entwickeln.
Ein zentrales Themenfeld von KIFER ist dabei die Etablierung von Pilotprojekten für eine dezentrale Versorgungskette für synthetische „Power-to-Liquid“ (PTL) Kraftstoffe.
PTL-Kraftstoffe werden in einem chemischen Verfahren aus elektrischem Strom, Wasser und CO2, welches der Atmosphäre entnommen werden kann, erzeugt.

Ein Zwischenprodukt dieses Prozesses ist Wasserstoff, der ebenfalls direkt für Fahrzeuge oder als Energiespeicher zur späteren Rückverstromung genutzt werden kann. PtL-Kraftstoffe sind ohne große technische Hindernisse geeignet, Kerosin zu ersetzen und würden einen komplett CO2-neutralen Flugbetrieb ermöglichen.

Durch die sauberere Verbrennung von PTL-Kraftstoffen entstehen zudem weniger Kondensstreifen, die nach aktuellen Studien ebenfalls einen erheblichen klimawirksamen Einfluss haben.

Zum Aktivitätsportfolio des Netzwerks KIFER gehören allgemein folgende Punkte:

  • Informationszentrum für innovative Weiterentwicklung des Regionalluftverkehrs und dessen Infrastruktur
  • Konzeptionierung und Umsetzung von Hybridtankstellen
  • Dezentrale Synthese von Kraftstoffen
  • Kraftstoffzertifizierung
  • Erarbeitung von Standards
  • Monitoring internationaler Aktivitäten
  • Initiierung neuer Projekte mit weiteren Partnern

Die hier aufgelisteten Arbeiten stellen eine notwendige Voraussetzung dar, um z.B. den Technologieträger des Projekts IBEFA mit den erforderlichen Services zu versorgen. Gleichzeitig soll in dem Projekt KIFER die Erarbeitung der Standards und Zertifizierungen vorangetrieben werden, die sich dann auch international durchsetzen können.