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Impressionen aus der Luft: Der Müggelturm – eine der schönsten Aussichten Berlins

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126 Stufen müssen Besucher erklimmen, um einen der schönsten Ausblicke auf Berlin zu genießen: Der Blick vom knapp 30 Meter hohen Müggelturm in Berlin-Köpenick reicht vom Müggelsee bis zum Langen See, vom Museumspark Rüdersdorf bis zum Flughafen Schönefeld, vom Alexanderplatz bis zum Tropical Islands an der Grenze zum Spreewald. Doch die schöne Aussicht wird getrübt vom Zustand des Areals. Seit mehr als zwei Jahrzehnten verfallen der Müggelturm und seine unmittelbare Umgebung, unzählige Sanierungsversuche sind gescheitert. Eigentümer Matthias Große unternimmt nun einen neuen Versuch, den Müggelturm zu neuem Leben zu erwecken.

Der erste Müggelturm wurde um 1880 von Carl Spindler, Eigentümer der Köpenicker Wäscherei und Färberei W. Spindler und Namensgeber der Stadt Spindlersfeld, errichtet. Der hölzerne Aussichtsturm war jedoch mit 10 Metern Höhe zu klein, um in die Ferne schauen zu können. Deshalb ließ Spindler den Müggelturm einige Jahre später erweitern. Der neue Turm bot mit einer Höhe von 27 Metern einen eindrucksvollen Blick über die Stadt und zog nach seiner Eröffnung am Ostersonntag 1890 unzählige Besucher an.

Ende der 1950er Jahre wurde der Turm wegen Baufälligkeit gesperrt. Bei den 1958 folgenden Renovierungsmaßnahmen geriet die Konstruktion in Brand und der Müggelturm wurde vollständig zerstört. Für den Bau eines neuen Turms rief die Berliner Zeitung noch im gleichen Jahr einen Architekturwettbewerb ins Leben, aus dem ein Studentenkollektiv der Kunsthochschule Berlin-Weißensee als Sieger hervorging. Am 6. Oktober 1959 erfolgte die Grundsteinlegung, am 20. August 1960 das Richtfest und in der Silvesternacht 1961 wurde die Eröffnung gefeiert. Mit seinem Restaurant, einer Weinstube, den Sonnenterrassen und dem Panoramablick war auch der neue Turm ein Anziehungspunkt für die Berliner. Jährlich kamen durchschnittlich 240.000 Besucher.

Von diesem alten Glanz ist heute wenig übrig. Durch mangelnde Wartungs- und Sanierungsarbeiten, Leerstand, Vandalismus und Brandstiftungen hat sich der Zustand des Turms und des umliegenden Areals deutlich verschlechtert. Nach zahllosen gescheiterten Versuchen einen neuen Investor zu finden und dem Müggelturm zu neuem Ruhm zu verhelfen, hat der Köpenicker Immobilien- und Projektentwickler Matthias Große das Areal 2014 erworben und einen Bauantrag beim zuständigen Bezirksamt eingereicht. Da der Müggelturm seit 1995 unter Denkmalschutz steht, sind die Auflagen hoch. Im Februar 2017 erfolgte zunächst die Genehmigung für die Eröffnung einer Baude, im Sommer soll die Genehmigung des Bauantrags für das gesamte Gelände mit Turm ausgestellt werden. Liegt die Baugenehmigung vor, sollen die Restaurierungsarbeiten an dem Ensemble neben und unter dem Müggelturm binnen eines Jahres abgeschlossen werden. Dann soll der Müggelturm mit einer Müggelturmbaude, einem deutsch-italienischen Restaurant und einer bewirtschafteten Dachterrasse wieder Familien und Sportler, Einheimische und Touristen anlocken.

Dass der Müggelturm aus seinem Dornröschenschlaf erweckt werden kann, zeigt die Baude: Noch vor der offiziellen Eröffnungsfeier kamen am ersten Wochenende rund 2.500 Besucher zum Müggelturm und genossen bei Getränken, Kuchen, Eis und kleinen Speisen den wunderschönen Blick über die Hauptstadtregion.

Die Aufnahme des Müggelturm-Areals stammt aus dem Oktober 2016 und wurde uns von Helicolor-Luftbild-Ost zur Verfügung gestellt. Vielen Dank für diese einzigartige Aufnahme.

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