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Märkische Allgemeine vom 20.02.2013

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Turbowachstum mit Turbinen


MTU legt glänzende Bilanz vor / Luftfahrtbranche hat für Brandenburg eine wachsende Bedeutung


Potsdam  
- Der Turbinenhersteller MTU, der auch in Ludwigsfelde (Teltow-Fläming) ein Werk unterhält, ist auf Wachstumskurs und konnte im vergangenen Jahr das beste Ergebnis in seiner Geschichte vorlegen. „2012 haben wir durchweg Rekordwerte erzielt“, resümierte Vorstandschef Egon Behle gestern in München.

MTU liefert Triebwerke sowohl für den europäischen Flug-zeugbauer Airbus als auch für den amerikanischen Konkurrenten Boeing, etwa für den Dreamliner. Die Krise des neuen Boeing-Jets wirkte sich für den Zulieferer bisher nicht negativ aus. Schlimmstenfalls müsse man die Produktion des entsprechenden Triebwerks drosseln.

Für die Zukunft rechnet sich das Unternehmen weitere Wachstumschancen aus und hat sich für 2020 ein Umsatzziel von sechs Milliarden Euro gesetzt. Dem sei man ein wesentliches Stück näher gekommen, sagte Behle.

Ludwigsfelde, wo gut 700 der 8450 Konzernbeschäftigten arbeiten, ist neben Hannover der zweite deutsche MTU-Standort für den Bereich Instandhaltung, der ein besonders starkes Wachstum aufweist. Neben Flugzeugturbinen werden in Ludwigsfelde auch Industriegasturbinen gewartet und instand gesetzt.

Das Brandenburger Wirtschaftsministerium sehe die guten Zahlen von MTU als „ein Zeichen dafür, dass sich der Luftfahrtstandort Brandenburg stabilisiert“, sagte Sprecher Steffen Streu. Erst in der vergangenen Woche hatte das zweite große Unternehmen der Brandenburger Luftfahrtbranche, Rolls Royce, ebenfalls eine Rekordbilanz vorgelegt. Dort sind die deutschen Umsätze um 22 Prozent auf 1,6 Milliarden Euro gestiegen.

Udo Rudolph, Geschäftsführer der Berlin-Brandenburg Aerospace Allianz, erwartet einen weiteren Wachstumskurs für die zivile Luftfahrt. Das Land Brandenburg sei nach München und Hamburg/Bremen/Niedersachsen der dritte wichtige Standort der Luftfahrtindustrie in Deutschland. Und im Unterschied zu den beiden anderen Großräumen sei Brandenburg mit Großbetrieben und mittelständischen Zulieferern wesentlich breiter aufgestellt. MTU und Rolls-Royce gehörten zu den wichtigsten Firmen der Branche in Deutschland, sagte Rudolph. Ihr Bekenntnis zum Standort Brandenburg sei entscheidend.

Bei der IG Metall Ludwigsfelde registriert man positiv, dass MTU eines der wenigen Unternehmen in der Region ist, die ihre Belegschaften kontinuierlich ausbauen. „Der Betrieb wird wirtschaftlich immer wichtiger“, sagt der regionale IG-Metall-Chef Hermann von Schuckmann. Allerdings drängt die Gewerkschaft darauf, dass MTU seine Leiharbeiter schnell in Festanstellung übernimmt. Ende letzten Jahres waren im Werk 25 Leiharbeiter beschäftigt.

Sowohl Rolls-Royce als auch MTU können sich über ein dickes Auftragspolster freuen. Dahinter stehen bei MTU die große Nachfrage nach spritsparenden Flugzeugen und die weltweit wachsenden Passagierzahlen. In Zeiten von teurer werdendem Kerosin setzt die Luftfahrtbranche auf Wirtschaftlichkeit. Maschinen wie der Airbus A320neo bescherten dem Unternehmen massenhaft Bestellungen, wie der Konzern gestern mitteilte.

„Wir sehen auch für 2013 eine Fortsetzung dieses positiven Trends“, sagte Behle. Im laufenden Jahr könne das Wachstum allerdings etwas schwächer ausfallen, schränkte er ein. (Von Ulrich Nettelstroth)

Umsatz legt um 15 Prozent zu
Der MTU-Konzern erzielte 2012 einen Rekordumsatz von 3,4 Milliarden Euro, 15 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Gewinn stieg um 18 Prozent auf 233 Millionen Euro.

Im Bereich zivile Instandhaltung, zu dem Ludwigsfelde gehört, war das Plus besonders stark. Der Umsatz stieg um 17 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro.

Im zivilen Triebwerksbau ging es um 14 Prozent aufwärts auf 1,6 Milliarden Euro.

Das Militärgeschäft, vor allem mit dem Eurofighter-Antrieb, wuchs um 13 Prozent auf 500 Millionen Euro. net.

 

Märkische Allgemeine, 20.02.2013