Hinweis

Presse BBAA

Märkische Allgemeine vom 01.03.2012

MAZ_KopieGeballte Test-Kompetenz konferierte in Wildau

Leiser, sicherer und langlebiger



WILDAU
-„Luftfahrt-Tests bedeuten schon lange nicht mehr, das Triebwerk zu quälen, bis es explodiert“, beschrieb Thomas Biermann, Professor an der TH Wildau, worum es auf der Konferenz Innotesting nicht ging. 110 Vertreter von Firmen und Lehreinrichtungen tauschten kürzlich im Zentrum für Luft- und Raumfahrt Erfahrungen über Testverfahren aus.

„Mit dieser großen Resonanz von Mittweida über München bis Großbritannien hatten wir nicht gerechnet“, gibt Kathrin Reisinger vom Branchenverband Berlin-Brandenburg Aerospace Allianz zu. „Wir erleben hier den Schulterschluss zwischen öffentlichen Körperschaften und privater Wirtschaft“, hebt Wirtschaftsförderer Gerhard Janßen hervor, „von dem das Signal ausgeht: In unserer Region tut sich was.“

Wie können Flugzeugtriebwerke weniger dröhnen, ist eine der Fragen, der sich die Experten stellen. „Für das Ziel, bis 2020 um 20 Dezibel leiser zu werden, haben wir schon den halben Weg zurückgelegt“, versichert Edmund Ahlers von der Wildauer Testfirma Anecom. Konkurrenz stehe gemeinsamen Testreihen verschiedener Hersteller nicht im Wege: „Die Ergebnisse gehören allen.“

Die Lebensdauer der Erzeugnisse, ihre Sicherheit und Umweltverträglichkeit sind weitere Aspekte. „Die Produkte werden immer hochwertiger und die Tests damit immer sportlicher“, umschreibt es Michael Born von Rolls-Royce. In der Luftfahrtindustrie gehe es deswegen schon längst nicht mehr allein um die Triebwerkstechnologie, betont Ahlers. In deren Fahrwasser habe sich – gerade in Brandenburg – viel Testkompetenz versammelt.

Statt also Turbinen zu malträtieren, so Thomas Biermann, würde schon längst mit Computer-Simulationen gearbeitet – und das nicht allein in der Luftfahrt. Mit speziellen Programmen simuliere der neue Schönefelder Flughafen die Bewegung sowohl von Fahrzeugen als auch von Passagieren. Seit Jahren würden Piloten Simulationstests unterzogen, inzwischen aber auch Schiffsbesatzungen auf diese Weise geschult. Ebenso sei es üblich, Resultate von Materialtests branchenübergreifend zu nutzen. Und was der Wirtschaft hilft, hilft auch der akademischen Jugend. Biermann: „Von der Mobilitätsbranche bis hin zur Medizintechnik entstehen so hochinteressante Arbeitsplätze für unsere Studenten.“ (kb)

 

Märkische Allgemeine, Dahme-Kurier, 01.03.2012,