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12. Tag der Luft- und Raumfahrt: Gemeinsam für eine starke Region

tdlr 2Rund 80 Teilnehmer aus Wirtschaft und Politik diskutierten am 28. September 2016 beim 12. Tag der Luft- und Raumfahrt über die Stärken und Schwächen, Chancen und Risiken der Luft- und Raumfahrtregion Berlin-Brandenburg.

Im Mittelpunkt standen dabei innovative Entwicklungen, Internationalisierungserfahrungen hiesiger Unternehmen und Herausforderungen im Bereich der Fachkräftesicherung.

Die Luft- und Raumfahrt in Berlin und Brandenburg zeichnet sich durch zahlreiche Stärken und vielfältige Chancen aus. Über 20 Prozent beträgt der Anteil der Luft- und Raumfahrt am gesamten brandenburgischen Export, rund 7.500 Fachkräfte und rund 17.000 Mitarbeiter arbeiten Hand in Hand und stärken durch ihren Einsatz die Zukunft unserer Branche. Doch neben den Stärken und Chancen lauern auch Gefahren und Risiken, die den Industriezweig in den kommenden Jahren schwächen können.

Innovationen: Erfolgreiche Zusammenarbeit von Kollegen und Partnern

Wie schwer es ist, dass aus Visionen Innovationen werden, zeigten Christian Seydel (Rolls-Royce), Prof. Dr. Sigurd Schrader (Technische Hochschule Wildau) sowie Joachim Rautenberg (Rolls-Royce). Sie stellten ihre Neuentwicklungen für die energieeffizienten und leistungsstarken Triebwerke der Zukunft vor, berichteten von Herausforderung und Hürden, die überwunden werden mussten. Ihre Erfahrungen zeigen: Ob in einem Kooperationsprojekt mit mehreren Partnern oder in einem internationalen Team - die Offenheit für neue Ideen und der gemeinsame Austausch untereinander sind wichtig, um gemeinsam zukunftsfähige Lösungen zu finden. Denn manchmal muss man um die Ecke gucken, wie mit den hier entwickelten speziellen Endoskopen, um Visionen und Ziele verwirklichen zu können.

Internationalisierung: Offen sein für neue Wege

Nicht nur der Blick um die Ecke, sondern auch der Blick über den Tellerrand der Hauptstadtregion hinaus lohnt sich. Das zeigen die Erfahrungen von Dr. Edmund Ahlers (AneCom AeroTest) und Maik Hartmann (Astro- und Feinwerktechnik Adlershof). Der chinesische Luft- und Raumfahrtmarkt lockt mit eindrucksvollen Wachstumsraten, doch um in Asien Fuß zu fassen, bedarf es mehr als nur einer ausgeklügelten Idee. „Wer mit den riesigen chinesischen Staatsunternehmen erfolgreich Geschäfte machen will, muss Verständnis für die kulturellen Eigenarten haben", fasst Ahlers seine Erfahrungen zusammen.

Ganz anders sieht die „neue" Internationalisierung in der Raumfahrt aus. Während in der Vergangenheit staatliche Raumfahrtprogramme den Markt lenkten, wird die Zukunft durch veränderte Technologiebedarfe, Visionen privater Raumfahrtunternehmen sowie noch nicht dagewesene Produkt- und Dienstleistungsversprechen bestimmt. So setzt beispielsweise Indien als eine „New Space Nation" beim Ausbau seiner Infrastruktur und der Deckung seines Kommunikationsbedarfs auf die Raumfahrt. Und das Unternehmen SpaceX möchte sich mit wiederverwendbaren Raketen als Dienstleister für Raumtransporte etablieren. Visionen wie diese bieten auch Unternehmen aus Berlin und Brandenburg neue Wachstumschancen.

tdlr 1Fachkräftesicherung: Neue Berufsbildern und Eigeninitiative sind gefragt

Eine besondere Herausforderung stellt das Thema Fachkräftesicherung in Berlin und Brandenburg dar. Besonders drückend: Im Rahmen des Umzuges des Flugbetriebes von Tegel nach Schönefeld in den neuen BER wird aus heutiger Sicht ein beträchtlicher Teil des in Tegel beschäftigten Personals keine neuen Beschäftigungsverhältnisse in Schönefeld eingehen. Die Rekrutierung neuer Mitarbeiter mit den dann dort geforderten Qualifikationen wird aus unterschiedlichen Gründen auf sehr große Probleme stoßen, vor allem durch die rund um Schönefeld schon heute nur in sehr geringem Maße zur Verfügung stehenden Arbeitskräfte. Prof. Dr. Thomas Biermann (Berlin-Brandenburg Aerospace Allianz), Jochen Kröhan (AviationPower), Gerald Unger (ARTS Holding) und Volker Thum (BDLI) diskutierten gemeinsam mit dem Publikum darüber, wie diese Herausforderung gemeistert werden könnte.

Der Einsatz von Migranten bringt wegen der notwendigen Sicherheitsüberprüfung Probleme mit sich, sollte aber nach Ansicht von Gerald Unger nicht aus den Augen verloren werden. Die Ausweitung des in Berlin und Brandenburg gültigen Tarifvertrags für Ground Service-Tätigkeiten auf Gesamt-Deutschland würde den immensen Wettbewerb reduzieren und eine angemessene Vergütung von Fachkräften verbessern, gibt Jochen Kröhan zu bedenken. Um auch auf lange Sicht den Arbeitskräftebedarf in der Luft- und Raumfahrt decken zu können, müssen neue Wege gegangen werden. So sollten die traditionellen Berufsbilder auf den Prüfstand gestellt werden. Auch eine stärkere Praxisausrichtung in der akademischen Ausbildung und eine stärkere Einbindung akademischer Inhalte in die berufliche Ausbildung wären nach Ansicht der Experten wünschenswert.

Das wichtigste für die Gewinnung von Nachwuchskräften ist jedoch, selbst aktiv zu werden. „Ob juri-Initiative, der neue juri-Baukasten oder Schülerpraktika – schon heute stehen zahlreiche Möglichkeiten zur Verfügung, junge Leute für die Luft- und Raumfahrt zu begeistern. Wichtig ist, dass die Unternehmen selbst diese Möglichkeiten nutzen und dafür in Ihrer Region Werbung machen", so das Fazit von Volker Thum, Hauptgeschäftsführer des BDLI.

Die Veranstalter Berlin-Brandenburg Aerospace Allianz e.V., Technische Hochschule Wildau und das Zentrum für Luft- und Raumfahrt Schönefelder-Kreuz danken allen Referenten für Ihre Beteiligung am diesjährigen Tag der Luft- und Raumfahrt sowie für Ihre Zusage, Ihre Präsentationen hier veröffentlichen zu dürfen:

Kontakt:
Susanne Marks
Im Auftrag des Geschäftsführers
Berlin-Brandenburg Aerospace Allianz e.V.
Freiheitstraße 120 Aufgang C
15745 Wildau
Tel: 03375.9218 421
Mail: This e-mail address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it.