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Großes Interesse am DRONEMASTERS.Berlin MeetUp #05.16

DronemastersAm 3. Juni 2016 fand das fünfte DRONEMASTERS.Berlin MeetUp 2016 im Rahmen der ILA Berlin Air Show statt.

Über 100 Interessierte kamen zusammen, um über Entwicklungen und Flugerfahrungen zu diskutieren und sich auszutauschen. In interessanten Kurzvorträgen gaben die Referenten interessante Impulse für das anschließende Networking.

Die Veranstaltung wurde von der laf.li digital GmbH, dem Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie und dem European Aviation Security Center e.V. mit Unterstützung der Berlin-Brandenburg Aerospace Allianz organisiert.

Zu Beginn betonte Frank Wernecke von DRONEMASTERS, dass die Veranstaltung eine übergreifende Diskussionsplattform sei, die Drohnen als Teil einer autonomen Mobilität verstehe. Steffen Schwarzer vom BDLI stellte heraus, dass das DRONEMASTERS.Berlin MeetUp ein für die ILA völlig neues Veranstaltungsformat sei, das außerhalb der klassischen Konferenzorganisation in besonderem Maße auf den interaktiven Austausch der Teilnehmer setze.

Den Auftakt bei den Kurzvorträgen machte Jörg Bauer von Agrarkopter / Bauer & Schürmann. Er berichtete über eine Drohnenanwendung für den biologischen Pflanzenschutz. Sein Unternehmen entwickelte einen Kopter, der Schlupfwespen von einer Drohne kontrolliert gegen Maiszünsler ausbringt. Die Herausforderung bestand bei der Entwicklung darin, die millimetergroßen Schlupfwespen gleichmäßig über dem Maisfeld zu verteilen. Auch in den Genehmigungsverfahren stand das Unternehmen vor besonderen Hürden: So musste der Begriff „Abwerfen" auf jeden Fall vermieden werden, weil das Abwerfen von Gegenständen von Drohen grundsätzlich verboten ist. Zudem wurde bei manchen Genehmigungsbehörden nur unzureichend berücksichtigt, dass diese biologische Schädlingsbekämpfungsmethode nur in sehr engen Zeitfenstern stattfinden kann.

Gautier Chapuis und Hanke Konsek von KOCHLABZ haben eine Software entwickelt, die die Kundenwünsche und deren Anforderungen für den Einsatz von Drohnen mit den Flugrandbedingungen im gewünschten Zielgebiet zusammenzubringt. Dabei wird der Flug mit Hilfe von digitalen Karteninformationen simuliert und die Flugrechte des zu benutzenden Luftraumes berücksichtigt.

service-drone.de hat mehrere Drohnentypen entwickelt, mit denen hochpräzise Vermessungsbilder an Tatorten erstellt werden können. Herr Strauch berichtete über Erfahrungen der Polizei als Nutzer dieser Anwendung, dass auf den Aufnahmen wiederholt Spuren entdeckt wurden, die bei der Tatortbegehung übersehen wurden. Die verwendeten Drohnen sind Optokopter mit sechs Kilogramm Abfluggewicht und 2,5 Kilogramm Zuladung.

Marco Hätzoldt von VTQ Videotronik berichtete über seine Erfahrungen mit der Videoechtzeitübertragung von Flugbildern. Dies ist nach wie vor eine große Herausforderung, da es derzeit nur zwei Möglichkeiten gäbe. Entweder nutzt man die latenzfreie analoge Videotechnik mit Nachteilen in Bezug auf Auflösung und Bandbreite oder man muss zu neuen digitalen Übertragungstechniken greifen, die jedoch deutlich mehr Gewicht und einen hohen Energiebedarf haben. Laut Hätzoldt gibt es inzwischen Verfahren, deren Verzögerungszeit im Bereich zwischen 5 und 9 Millisekunden liegen, was für die meisten Echtzeitübertragungsanwendungen ausreichend ist. Dabei handelt es sich um eine COFDM-Modulation, die Full HD mit H.264-Kompression erlaubt. Damit sind Übertragungsreichweiten bis vier Kilometer bei 200 mW mit Sichtverbindung möglich. Die Bilddaten können auch verschlüsselt werden.

Christian Trempler vom DLR hat in einer Masterarbeit die Möglichkeit untersucht, ein Follow-Me-Car bei den Taxifahrten der Flugzeuge durch eine von einer Drohne transportierte Signalanlage zu ersetzen. Dabei werden farbige Richtungsinformationen auf einem 4x4-Gitter, das an der Drohne befestigt ist, angezeigt. Tremplers Verfahren könnte eine Alternative zum Follow-the-Green-Ansatz sein, bei dem die Richtungsinformationen über farbige in die Taxiways eingelassene Lampen erfolgen. Sein Verfahren ist flexibler, die Einbindung in den Luftraum eines Flughafens muss aber noch eingehend untersucht werden.

Zum Abschluss hob Kenneth Witcher von der Embry-Riddle Aeronautical University (ERAU) die Bedeutung von spezifischen Ausbildungsgängen für Drohnennutzungen hervor. Er berichtete von Bachelor- und Masterkursen an der ERAU, die inzwischen von 250 Studierenden besucht wurden. ERAU bietet darüber hinaus einen kostenlosen, zweiwöchigen Online-Kurs an, der das Thema Drohnen behandelt. Dieser Kurs wurde mittlerweile von mehr als 5.000 Nutzern absolviert.

Im Anschluss an diese Vorträge gab es wie bei den DRONEMASTERS üblich intensive bilaterale Diskussionen. Aufgrund der Öffnungszeiten der ILA fielen diese bedauerlicherweise dieses Mal sehr kurz aus. Die nächste Gelegenheit zum Austausch und zur Diskussion bietet sich bereits am 4. Juli, beim DRONEMASTERS.Berlin MeetUp bei Microsoft in Berlin.

Die Veranstaltungsreihe findet inzwischen auch in anderen Bundesländern großen Anklang, sodass das Format mittlerweile auf andere Städte ausgeweitet wurde. So fand beispielsweise am 8. Juni 2016 ein DRONEMASTERS.Hamburg MeetUp bei Lufthansa Technik statt.

Kontakt:
Berlin-Brandenburg Aerospace Allianz e.V.
Dr. Uwe Weigmann
Vorstand
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