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Konferenz „Aviation innovative“: Ausblick auf die Luftfahrt der Zukunft

img 6289Mehr als 100 Teilnehmer kamen am 31. Mai 2016 in Wildau zusammen, um sich über Entwicklungspotenziale in den Bereichen Triebwerkstechnik, Sensorik sowie Leichtbau zu informieren.

Zum Auftakt der Veranstaltung stellte Prof. Günter Kappler, ehemaliger Geschäftsführer für Forschung und Entwicklung bei der BMW Rolls-Royce AeroEngines GmbH, seine Vision eines zukünftigen Flugzeugs vor: Digitalisierung auf allen Ebenen ist in seinen Augen das wesentliche Merkmal der nächsten Generation der Luftfahrzeuge. Passagiere werden auch in der Luft auf ihre persönlichen Daten zugreifen können, die Produktionsabläufe werden optimiert und das Luftverkehrswesen als Ganzes sicherer werden. Den Weg dorthin ebnen Projekte wie Energy Efficient Aviation Solutions: Durch die Integration luftfahrtfremder Technologien, zum Beispiel aus der Mikro-und Nanoelektronik, können wegweisende Innovationen entstehen. Kappler rief die Anwesenden dazu auf, die Chancen zu nutzen, die das Projekt bietet. Nur durch derartige Ansätze können sich die Systemführer immer wieder neu erfinden und ihre Wettbewerbsposition stärken.

Prof. Dr. Thomas Fleischer, Geschäftsführer der IMA Materialforschung und Anwendungstechnik GmbH in Dresden, gab in seinem Einführungsvortrag einen Einblick in Neuentwicklungen und Herausforderungen aus den Bereichen Kunststoff und Leichtbau. Offenen Fragen zum Beispiel in Bezug auf den Brandschutz, notwendige Nachweisprozesse oder mechanische Eigenschaften von CFK-Bauteilen könnte in einem neu zu konzipierenden Prüf- und Prototypenzentrum auf den Grund gegangen werden. Die Umsetzung dieses Zentrums am Standort Brandenburg wird zurzeit vorbereitet.

Im weiteren Verlauf der Konferenz wurden in zwei parallelen Sessions verschiedene Schwerpunkte aus der Triebwerkstechnik auf der einen Seite und den Bereichen Kunststoff und Leichtbau auf der anderen Seite behandelt.

img 6328Die Triebwerkstechnik befindet sich bereits jetzt auf einem sehr hohen technischen Niveau. Dennoch sind die Ziele für die Zukunft ehrgeizig: Bis 2020 werden Verbrauchsreduzierungen von 20 Prozent und Lärmreduzierungen von 50 Prozent im Vergleich zum Jahr 2000 angestrebt. Die anwesenden Experten waren sich einig: Durch traditionelle Antriebskonzepte ist dies kaum noch erreichbar. Deshalb sind neue, innovative Konzepte gefragt.
Einen Ausblick auf die Zukunft boten die Unternehmen Corant und FCT Ingenieurkeramik sowie die Fraunhofer Institute IKTS und IWU. Sie stellten Technologien, Produkte, Neuentwicklungen und Prototypen vor, die derzeit zwar noch keine Anwendung in der Luftfahrt finden, bei denen aber ein hohes Weiterentwicklungspotenzial besteht. Im Gegensatz dazu rückten die Unternehmen EAST 4D, AneCom AeroTest und Rolls-Royce Deutschland ihre praktischen Erfahrungen, Anforderungen und Herausforderungen in den Mittelpunkt.

Auch im Bereich Kunststoff und Leichtbau gibt es noch erhebliches Potenzial für Neu- und Weiterentwicklungen, Prozessoptimierungen und Einsatzmöglichkeiten im Flugzeugbau. Der Einsatz von Leichtbaukomponenten trägt zu einer Gewichts- und Verbrauchsreduzierung von Flugerät bei. Für einen flächendeckenderen Einsatz müssen jedoch noch einige Hürden überwunden werden. Eine Schwachstelle ist die vergleichsweise hohe Entwicklungs- und Fertigungszeit. Erste Ideen für Lösungen sind vorhanden, was fehlt sind oft die spezifischen Kooperationspartner mit entsprechender Expertise.

Die Konferenz "Aviation innovative" hat dazu beigetragen, dass mögliche Partner sich begegnen und miteinander ins Gespräch kommen. "Unser Ziel war es, mit der Konferenz 'Aviation innovativ' neue Optionen und chancenreiche Gebiete zu identifizieren, in denen sich Kooperationen lohnen. Ein fertiges Konzept für Triebwerke und Flugzeuge der nächsten Generation können wir nicht liefern, aber wir können Chancen aufzeigen und Akteure zusammenbringen, die gemeinsam daran arbeiten, Flugzeuge leiser, sicherer und energieeffizienter zu machen", fasst Prof. Dr. Andreas Timmermann, Leiter des Projektes Energy Efficient Aviation Solutions bei der BBAA, die Erwartungen der Organisatoren zusammen. "Dieses Ziel haben wir erreicht."

Einen Eindruck von der Konferenz vermitteln die Vortragspräsentationen, die die Referenten als Information zur Verfügung gestellt haben.

Kontakt
Prof. Dr. Andreas Timmermann
Projektleiter

Susanne Marks
Projektmanager

Berlin-Brandenburg Aerospace Allianz e.V.
Freiheitstraße 120 C
15745 Wildau

Tel. +49 3375 9218421
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