Hinweis

News

BDLI: Allzeithoch bei Beschäftigung: Luft- und Raumfahrtindustrie 2018 setzt Erfolgskurs fort

BDLI 32Die Luft- und Raumfahrtindustrie in Deutschland blickt auf eine gute Entwicklung im zurückliegenden Geschäftsjahr zurück. Der Wachstumskurs der vergangenen Jahre ist fortgesetzt worden.

Der Branchenumsatz liegt im zurückliegenden Geschäftsjahr 2018 wieder bei 40 Mrd. Euro und erreicht damit das Allzeithoch des Vorjahres. Die in US-Dollar abgerechneten Verkäufe sind gestiegen; aufgrund der Wechselkursveränderungen ist der Branchenumsatz in Euro konstant.

Die Gesamtbeschäftigtenzahl verzeichnete einen Zuwachs auf 111.500 direkt in der Luft- und Raumfahrtindustrie Beschäftigte (Vorjahreswert: 109.500) – ein neuer Höchststand. Somit hat die Branche im zurückliegenden Geschäftsjahr 2.000 neue Jobs für hochqualifizierte Mitarbeiter geschaffen.

Die ZIVILE LUFTFAHRT ist weiterhin das größte Einzelsegment der Branche. Global steigende Bestell- und Auslieferungszahlen führten zu einer Steigerung in der Produktion und Produktivität. Daher lag der Umsatz in der zivilen Luftfahrt wie auch 2017 bei 29,2 Mrd. Euro. Gut 78.500 und damit rund 2.000 Menschen mehr als im Vorjahr arbeiten in dem Segment der zivilen Luftfahrt.

In der MILITÄRISCHEN LUFTFAHRT ist die Umsatz- und Beschäftigtenzahl 2018 vergleichbar mit der im Jahr 2017: Der Umsatz lag bei etwa 7,7 Mrd. Euro (Vorjahr: 7,8 Mrd. Euro); 23.700 Mitarbeiter sind in diesem Bereich tätig (Vorjahr: 24.000).
Auch in der RAUMFAHRT sind Umsatz- und Beschäftigtenzahl vergleichbar mit dem Geschäftsjahr 2017: Die Mitarbeiterzahl stieg leicht von 9.000 auf 9.300, der Umsatz liegt bei 2,9 Mrd. Euro (Vorjahr: 3 Mrd. Euro).
Der EXPORTANTEIL stieg, gemessen am Umsatz der Gesamtbranche, leicht von 74 % auf 76 %. Die industrieeigenen Ausgaben für FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG liegen weiterhin auf sehr hohem Niveau. Sie umfassen ein Volumen von knapp 4 Mrd. Euro; diese Zahl entspricht einem Anteil von 10 % des Branchenumsatzes.

BDLI-Präsident Klaus Richter erklärt: „Hinter uns liegt ein weiteres Rekordjahr. Die deutsche Luft- und Raumfahrtindustrie konnte 2018 ihren Erfolgskurs fortsetzen. Wir haben 2.000 neue hochqualifizierte Arbeitsplätze geschaffen, vor allem weil wir am Weltmarkt so erfolgreich sind. Die Stellung unserer Branche als Schlüsselindustrie für Deutschland hat sich bestätigt – wirtschaftlich, strategisch und als Job- und Innovationsmotor. Mit über 7.500 bestellten Airbus-Verkehrsflugzeugen ist die Produktion von Airbus, insbesondere im Single Aisle-Segment, auf Jahre hin ausgelastet. Dies sucht seinesgleichen in der deutschen Industrie. Jedes sechste Zivilflugzeug, das weltweit ausgeliefert wird, kommt hierher. Davon profitiert der gesamte Wirtschaftsstandort Deutschland mit seiner tiefgestaffelten Zulieferindustrie. Gleichzeitig arbeitet die gesamte Branche mit Hochdruck daran, dass Fliegen noch effizienter und vor allem noch umweltfreundlicher wird. Das Ziel ist das emissionsarme Fliegen."

Richter weist auf die führende Rolle der deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie als Partner in internationalen Kooperationen hin und sagt mit Blick auf die militärische Luftfahrtindustrie: „Unterschiedliche nationale Regelungen beim Rüstungsexport sind eine existentielle Gefahr für zukunftsweisende Projekte. Hier ist die Politik gefragt: Es bedarf bi- und multinationaler Abstimmungen, damit wir Deutschlands führende Rolle nicht gefährden. Deutschland muss kooperationsfähig bleiben und seine Glaubwürdigkeit als verlässlicher Partner bewahren."

ZIVILE LUFTFAHRT
Die zivile Luftfahrt hat sich auch im vergangenen Jahr gut entwickelt. Weltweit zunehmender Mobilitätsbedarf und der Ersatz von älteren Fluggeräten mit hohem Kerosinverbrauch durch die neueste lärmarme, kraftstoffsparende Flugzeuggeneration sind weiterhin wesentliche Wachstumstreiber. Zukünftig werden auch erweiterte Konnektivität und künstliche Intelligenz in der kommenden Flugzeuggeneration eine wesentliche Rolle spielen. Der Umsatz in Euro blieb aufgrund eines schwächeren Dollars auf dem hohen Niveau des Vorjahres bei 29,2 Mrd. Euro. Mit 73 % Anteil am Gesamtbranchenumsatz bleibt die zivile Luftfahrt mit Abstand der weitaus größte Sektor der nationalen Luft- und Raumfahrtindustrie mit 78.500 Beschäftigten. Die Anzahl der Beschäftigten stieg somit um 3 %. Allerdings hängen über den Prognosen für die zivile Luftfahrt auch einige dunkle Wolken. Die globalen Handelskonflikte, der Brexit, Schwankungen des Ölpreises – dies alles sind Risiken, die das Geschäft beeinträchtigen können.

Die deutsche Triebwerksindustrie profitierte auch 2018 von dem anhaltend positiven Branchenumfeld. Die mittel- bis langfristigen Produktionspläne für neue Antriebe sind bekannt und mit den weltweiten Flugzeugherstellern abgestimmt, die in Dienst stehende Flugzeugflotte sorgt für enormes Wachstum im Instandhaltungsgeschäft. Damit einher gehen signifikante Investitionen in MRO-Kapazitäten – in Deutschland und weltweit. Die Aufmerksamkeit der Antriebshersteller liegt auf dem Programmhochlauf neuer Triebwerksmodelle wie dem Getriebefan, der Pearl und dem Trent XWB. Auch investieren die Triebwerkshersteller weiterhin stark in die kontinuierliche Optimierung etablierter Antriebe parallel zur Entwicklung revolutionärer Triebwerksdesigns wie elektro-hybride Antriebe, um Kraftstoffverbrauch und Emissionen weiter zu reduzieren. Hier liegt eine große Chance zu einer künftigen Technologieführerschaft für Europa. Nur so wird die Industrie den steigenden Ansprüchen durch wachsende Mobilitätsbedürfnisse angesichts industrieller Selbstverpflichtung zur Emissionsbegrenzung und einem zunehmenden Umweltbewusstsein gerecht.

Airbus Helicopters hat auch im Jahr 2018 seine Führungsposition weiter ausgebaut und liegt mit 52 % auf dem zivilen und halbstaatlichen Markt weit vor dem Wettbewerb. Der Markt für Hubschrauber erholt sich allmählich, die Flaute ist jedoch noch nicht überwunden.

Verschiedene deutsche Städte und Regionen haben sich 2018 der europäischen Initiative für Smart Cities angeschlossen. Auch der Betrieb von sogenannten Lufttaxis wird dabei untersucht. Ingolstadt und Airbus sind hierzu eine Partnerschaft eingegangen. Der CityAirbus, ein autonom fliegendes, senkrecht startendes und landendes Elektroluftfahrzeug, der für solche Einsätze entwickelt wurde, ist kürzlich zum ersten Mal abgehoben.
Mit Blick auf die Zukunft führt Reiner Winkler, Vize-Präsident Luftfahrt und BDLI-Präsidiumsmitglied, aus: „Entscheidende Faktoren für den Ausbau der Erfolgsgeschichte der Luft- und Raumfahrtindustrie ‚made in Germany' sind die Umsetzung von Technologien und Kompetenzen in neue, zukunftsweisende Programme. Damit Innovationen erfolgreich in Produkte der Spitzentechnologie münden, bedarf es sowohl einer ambitionierten Forschungsförderung als auch gezielter Maßnahmen zum Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit."
Winkler hebt besonders die Leistungen der deutschen Zulieferindustrie hervor: „Unsere mittelständisch geprägten Zulieferer setzen ihren Erfolgskurs fort. Aufgrund ihrer Qualität, Zuverlässigkeit und technologischen Leistungsfähigkeit sind sie auf dem Weltmarkt gefragte Partner der großen Hersteller. Diese ‚hidden champions' werden immer mehr zu ‚truly global players', deren Wertschöpfungskette zu wesentlichen Anteilen in Deutschland verortet ist. Dieser Erfolg ist das Ergebnis der konsequenten Unterstützung und Förderung durch die Bundesregierung und die Bundesländer. Von Förderinstrumenten wie dem Luftfahrtforschungsprogramm profitieren die Unternehmen, die Arbeitnehmer sowie der Steuerzahler, denn jeder eingesetzte Euro zahlt sich fünffach aus."

MILITÄRISCHE LUFTFAHRT
Der Vize-Präsident Verteidigung und Sicherheit, Dirk Hoke, Mitglied im BDLI-Präsidium, erläutert die Situation der militärischen Luftfahrtindustrie: „Die Situation bleibt weiter angespannt. Zu den Gründen gehört das sich verändernde sicherheitspolitische Umfeld weltweit, das komplexer und vielschichtiger nicht sein könnte. Deutschland muss sich dringend stärker in enger Zusammenarbeit mit unseren Partnern in Europa und der NATO einbringen. Dazu gehören insbesondere auch gemeinsame Regeln für den Export. Erforderlich ist weiterhin, dass sich Deutschland verstärkt finanziell engagiert, um die internationalen Verpflichtungen erfüllen zu können."

Essentiell ist neben den Programmen European MALE RPAS und TLVS die gemeinsame Entwicklung und Beschaffung des Future Combat Air System (FCAS) als europäisches Gemeinschaftsprojekt. Hoke betont: „FCAS trägt nachhaltig zum Erhalt und Ausbau technologischer Kompetenz in Deutschland bei. Zukunftstechnologien wie künstliche Intelligenz, Fliegen im Schwarm – bemannt wie unbemannt – und die plattformübergreifende Vernetzung sind hier richtungsweisend." Weiter unterstrich Hoke die strukturbestimmende Bedeutung dieser Projekte speziell für die gesamte deutsche Zulieferlandschaft vom kleinen Unternehmen bis zum Systemlieferanten.

RAUMFAHRT
Marco Fuchs, Vorsitzender des BDLI-Forums Raumfahrt und Vize-Präsident des BDLI, kommentiert die Lage der deutschen Raumfahrtindustrie: „Im Zeitalter von zunehmender Kommerzialisierung der Raumfahrt hat die deutsche Raumfahrtindustrie im zurückliegenden Geschäftsjahr ihr hohes Niveau gehalten. Nachdem Mitte Juli 2018 vier weitere FOC-Satelliten des Galileo-Navigationssystems ins All gebracht wurden, ist dieses System seit Anfang 2019 voll einsatzfähig und auf allen modernen Geräten wie Mobiltelefonen verfügbar. Auch mit der in Entwicklung befindlichen Trägerrakete Ariane 6 entwickelt die deutsche Raumfahrtindustrie ein zukunftsfähiges Produkt für den weltweiten Start von Satelliten."
Zur Sicherung einer weiterhin erfolgreichen Entwicklung des Raumfahrtstandorts Deutschland blickt Fuchs auf die Tragweite der Ende November stattfindenden ESA-Ministerratskonferenz: „Auch in diesem Jahr stehen wieder zentrale Weichenstellungen für unsere Raumfahrtindustrie an. Die bereits angekündigte Fortschreibung des ESA-Beitrags auf rund 850 Mio. Euro pro Jahr ist ein wichtiger erster Schritt. Jedoch benötigen wir mit dem Ziel der weiterführenden Zeichnung auch für neue Programme eine zusätzliche signifikante Aufstockung auf mindestens 1 Mrd. Euro jährlich. Dies verschafft unseren Unternehmen – vom Systemhersteller bis zum Mittelständler – die erforderliche Flexibilität."

Deutschland ist einer der größten Beitragszahler der Europäischen Weltraumorganisation ESA und zählt gemeinsam mit Frankreich zu den führenden europäischen Raumfahrtnationen. Dies ist ein Ergebnis der erfolgreichen Raumfahrtpolitik der Bundesregierung in den letzten Jahrzehnten.

Unverzichtbare Grundlage für sämtliche industrielle Aktivitäten der deutschen Raumfahrtindustrie stellt das Nationale Programm für Weltraum und Innovationen dar: „Hier werden durch die nationalen Technologie- und Anwendungsentwicklungen die Weichen für die großen europäischen und internationalen Programme gestellt. Deswegen benötigen wir hier eine signifikante Aufstockung auf 500 Mio. Euro jährlich, " so Fuchs.

DER BDLI
Der Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie e.V. (BDLI) mit rund 250 Mitgliedern vertritt die Interessen einer Branche, die durch internationale Technologieführerschaft und weltweiten Erfolg ein wesentlicher Wachstumsmotor der deutschen Wirtschaft geworden ist. Die deutsche Luft- und Raumfahrtindustrie mit derzeit 111.500 direkt Beschäftigten bündelt nahezu alle strategischen Schlüsseltechnologien. Sie generiert ein jährliches Umsatzvolumen von gegenwärtig 40 Milliarden Euro. Zu den primären Aufgaben des BDLI gehören die Kommunikation mit politischen Institutionen, Behörden, Verbänden und ausländischen Vertretungen in Deutschland, aber auch verschiedenste Mitglieder-Serviceleistungen im In- und Ausland.

Der Verband ist Markeninhaber der ILA Berlin - die Messe für „Innovation and Leadership in Aerospace". Sie findet vom 13. bis 17. Mai 2020 auf dem Berlin ExpoCenter Airport statt.
Der BDLI ist offiziell beim Deutschen Bundestag akkreditiert und erfüllt dort eine Reihe gesetzlich verankerter Aufgaben. Er ist Mitglied des europäischen Dachverbandes AeroSpace and Defence Industries Association of Europe (ASD) und des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI).

Kontakt:
Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie e.V.
Cornelia von Ammon
Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: +49 30 206140-14 | E-Mail: This e-mail address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it.
Friedrichstraße 60, 10117 Berlin