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Public Workshop: ENOVAL präsentiert gute Zwischenergebnisse

EnovalPositive Zwischenbilanz: Nach vierjähriger Forschungsarbeit haben sich die Partner des EU-Technologieprogramms ENOVAL (ENgine mOdule VALidators) zu einem Public Workshop in München getroffen.

Das Resultat konnte sich sehen lassen: Über 70 Prozent der Ziele wurden erreicht. Damit liegt ENOVAL im Zeitplan und kann im Sommer dieses Jahres erfolgreich abgeschlossen werden. „Wir haben klar gezeigt, welche weiteren Potenziale noch in Turbofans stecken", konstatierte ENOVAL-Koordinator Dr. Edgar Merkl von der MTU Aero Engines. Die neuen Antriebe sollen ab 2025 fliegen.

Ende vergangenen Jahres kamen rund 60 Vertreter der 35 ENOVAL-Partnerorganisationen aus Industrie, Forschung und Lehre im Konferenzzentrum Municon am Münchner Flughafen zusammen, um drei Tage lang die Ergebnisse ihrer Arbeit zu präsentieren und das weitere Vorgehen abzustimmen. Die Leiter der fünf Subprojekte meldeten, dass 60 von 70 Meilensteinen erreicht, 11 von 18 Rig-Tests erfolgreich abgeschlossen und bereits 62 Publikationen veröffentlicht worden sind.

Neue Technologien für Getriebefan-Triebwerke
Im Rahmen von ENOVAL werden neue Technologien für Niederdruckkomponenten für mittlere, große und sehr große Turbofans mit Getriebetechnologie entwickelt. Ziele sind die Realisierung einer CO2-Reduzierung um bis zu fünf Prozent und einer Lärmminderung um bis zu 1,3 dB. Erreichen will man das durch ein höheres Gesamtdruckverhältnis zwischen 50:1 und 70:1 sowie höhere Nebenstromverhältnisse zwischen 12:1 und 20:1 in Kombination mit gesteigerten Gesamtdruckverhältnissen von bis zu 70:1. Merkl: „In ENOVAL bewegen wir uns beim Nebenstromverhältnis im Bereich zwischen 14:1 und 16:1." Dadurch werde nicht nur der Vortriebswirkungsgrad gesteigert, wodurch Verbrauch und Emissionen sinken, erklärte der ENOVAL-Koordinator, „die kommenden Triebwerke werden auch nochmal leiser sein, als der Getriebefan ohnehin schon ist".

„Nimmt man die Technologien aus Vorgängerprojekten wie LEMCOTEC und E-BREAK dazu, sind wir im Vergleich zu einem Jahr-2000-Triebwerk sogar neun Dezibel leiser – und verringern den CO2-Ausstoß um rund 28 Prozent", erläuterte ENOVAL-Chief Engineer Dr. Jörg Sieber, ebenfalls von der MTU. Damit erfülle man bezüglich der CO2-Emissionen bereits die ACARE-Ziele für 2020. Während in LEMCOTEC und E-BREAK Technologien entwickelt wurden, die zum einen das Gesamtdruckverhältnis und damit den thermischen Wirkungsgrad erhöhen und zum anderen Materialien und Subsysteme an die künftig steigenden Drücke und Temperaturen anpassen, fokussiert ENOVAL auf die Entwicklung des Niederdrucksystems für Ultra-High-Bypass-Ratio-Triebwerke. Im Municon wurden auch LEMCOTEC- und E-BREAK-Ergebnisse präsentiert.

Die ENOVAL-Partner arbeiten so erfolgreich zusammen, dass mehrere Patentverfahren auf den Weg gebracht werden konnten. Weitere Erfolge der „sehr guten interdisziplinären Zusammenarbeit", so Merkl, sind zehn Lernmodule, die auf der ENOVAL-Website zur Verfügung stehen. Für diese Lernmodule und die ENOVAL-Website gab es viel Lob von Jean-Francois Brouckaert, dem Verantwortlichen für die Triebwerks-Demonstratoren im Clean-Sky-Forschungsprogramm. Er würdige beides als sehr wichtige Instrumente für die Wissensvermittlung.

Und noch eines konnte einmal mehr bewiesen werden: die Vorzüge der Getriebefan-Technologie. „Wegen der Vorteile einer Getriebekonfiguration für den Gesamtwirkungsgrad geht der Trend bei allen Wettbewerbern eindeutig zu dieser Bauart", freute sich Merkl.

Über ENOVAL
ENOVAL läuft innerhalb des 7. EU-Rahmenprogramms, hat eine Laufzeit von 58 Monaten und verfügt über ein Budget von über 45 Millionen Euro; 26,5 Millionen Euro kommen von der EU. Unter der Leitung der MTU Aero Engines entwickeln 35 europäische Partner aus zehn Ländern neue Niederdruckwellen-Technologien für Triebwerke mit einem sehr hohen Nebenstromverhältnis zwischen 12:1 und 20:1 und einem sehr hohen Gesamtdruckverhältnis zwischen 50:1 und 70:1. Der Fokus liegt auf Antrieben mit Getriebefan-Technologie. Im ENOVAL-Konsortium arbeiten die wichtigsten europäischen Triebwerksunternehmen – darunter Avio Aero, GKN Aerospace, ITP, MTU, Rolls-Royce, Safran Aircraft Engines, Safran Aero Boosters und Safran Helicopter Engines - mit kleinen und mittelständischen Unternehmen der Luftfahrtbranche sowie Universitäten und Forschungsinstitutionen zusammen.

Ihr Ansprechpartner:
MTU Aero Engines
Martina Vollmuth
Pressesprecherin Technologie
Tel.: +49 (0)89 14 89-53 33
Mobil: +49 (0) 176-1001 7133
E-Mail: This e-mail address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it.